Jugend: Münchner illustrierte Wochenschrift für Kunst und Leben — 19.1914, Band 1 (Nr. 1-26)

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Der dunkle Punkt

Der Gymnasialprofessor Schneckerlein wollte
die Ehe mit einem braven Bürgermädchen An-
gehen.

Da fragte er sie in feierlicher Stunde auf
Treu' und Glauben:

„Minchen, hast Du irgend ein Vorleben?"

„Ja," hauchte sie bleich und schlottricht, „an
Münchner Karneval Hab i amal nütg'macht!"

„Gelt, da schaugt's? Des is a pollzci-^tas'n, die wo überall hiiieingcstcckt wird!"

Luftschlangen

Portion ä la Rarneval

Ein elegantes Maskenfest.

Ich fungierte in der Gruppe:

„Zehn Mädchen und ein Mann!"

Bor der Pause sollte ich für meine Damen
etwas zum essen bestellen.

Am geeignetsten schienen mir zehn Beefsteaks,
für mich verlangte ich etwas Französisches, das

ich nicht verstand, das aber unter den fertigen
Speisen verzeichnet war.

Nachdeni ich meinen zehn tanzenden Mädchen
die für uns reservierte Tischnummer mitgeteilt
halte, begab ich mich schnell wieder in den Speisc-
saal zurück, wo ich schon eine silberne Platte auf
meinem Platz serviert vorfand.

Zn größter Gemütsruhe speiste ich, bis nichts
mehr da war, und wartete zufrieden, bis meine
Kinder anrückten.

Da stellte es sich dann heraus, daß ich die
zehn Beefsteaks gegessen hatte.

Runstnachricht

Maurus Thal, der Komponist der „Ansichts-
kartenverfe" Peter Zungenbühls, gedenkt in der
nächsten Zeit folgende Stücke in Musik zu fetzen:
Einige Sätze, die Zungenbühl im Sommer zgz2 auf
dem Semmering mittags aus dem Schlaf gesprochen
hat, einen Brief de; Meisters an dessen Schneider
(Auftrag zu einem Regenmantel), das psychiatrische
Gutachten über den Gifttnörder kfopf und seine
letzte Schusterrechnung, von ihm selbst korrigiert.
Außerdem hat er die letzte tfand an eine große
Symphonie gelegt, in welcher er den Gedanken
„Die Moralität ist der Sieg des Banausentums
über die künstlerische Erfassung der Schönheit"
vertont hat.

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verhindert den Ansatz von Zahnstein, erhält die
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Der Ball-Schreck

Faschings-Freuden

Ein feines Berliner Tanzlokal.

Ein elegantes Paar fährt vor und begibt sich
in das Vestibül.

Müde nimmt sie seinen Arm und rauscht mit
ihm nach einer Loge, wo sie von seinen Freunde»
erwartet werden.

Bor der Türe zischt er ihr noch zu:

„Kind, wenn wir alleene sind, kannste Deine
Tranermiene einhängen, wie De willst, aber in
Iesellschaft haste Dich mit mir zu amüsieren!"

Hei»«

Bei etwaigen liestellungeii bittet man aut' tlle Münchner „JUG11NU“ Bezu«- tau nehmen.

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[nicht signierter Beitrag]: Kunstnachricht
AS: Der Ball-Schreck
Heinz Scharpf: Luftschlangen
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