Jugend: Münchner illustrierte Wochenschrift für Kunst und Leben — 43.1938, (Nr. 1-52)

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„Endlich habe ich eine feste Anstellung

„Muß das ein stolzes Gefühl sein, wenn man jeden Monat den Umschlag
mit dem Gehalt offnem kann.“

„Kann sein. Aber da mußt du meine Frau fragen/“

Anzeigen-Glossen

„Rüchenmadchen, das auch bedienen
kann, gesucht. Gute Behandlung bis zum
15. ds-"

Aha! Da kommt wohl am )6. ds. die
Frau wieder zurück!

*

„Fraulein, 39 Ja., Häusl., alleinst., mit
gutmütig veranlagtem Kerzen in sicherer
Stellung wünscht sich zu verheiraten ..."

Heiraten Sie doch den Mann, bei dem
Ihr Herz schon in sicherer Stellung ist:

*

„Gesetztes Mädchen sucht Stellung
bei allein stehende m Herrn ..."

Sehr verständlich! Vielleicht will sie
auf diesem weg der Gefahr entgehen,
dauernd sitzen zu bleiben!

*

„Radfahrendes Halbmadchen für Milch-
geschäft gesucht..."

Soll wohl Halbtagsmadchen heißen -
Denn ein dauernd radfahrendes Halb-
madchen hatte wohl andere Möglichkeiten!

*

„'Roch gesucht, absolut sicher auf der
Pfanne..."

Von einem solchen versprechen wir uns
ganz besondere Genüße! wir würden
einem solchen Roch aber raten, doch lieber
in einen Zirkus zu gehen!

*

„Verkaufe Milchziegen, Hennen und
Raninchen wegen Erkrankung ..."

wird schwer halten! warum wurden
sie nicht verkauft, solange sie gesund
waren r

*

„Holzartikelfabrik sucht junges Mäd-
chen zum Bemalen ..."

Da wird also schon das Bemalen der
jungen Mädchen fabrikmäßig betrieben!

*

„Wasterwellenmodell gesucht..."

wir empfehlen eine Seereise bei
Windstärke jo!

*

„Ehrliches Mädchen als Raltspeiserin
gesucht..."

wenn die sich nur nicht den Magen
verdirbt mit der ewigen Raltspeiserei:

*

„Älteres Ehepaar sucht Rüchenmadchen
mit Bedienung ..."

Und wer bedient außerdem die Bedie-
nung des Rüchenmadchens-

Liebe fugend!

Zwei Stockamerikanerinnen besuchen die
deutsche Runststadt München. Hier sehen
sie die malerische Tracht der Gebirglerin-
nen und beschließen, sich ebenfalls darin
bewundern zu lassen. Raum in ihrer
neuen Tracht auf der Straße, werden sie
von einem Herrn — Stockamerikaner —
angesprochen und gebeten, sich photogra-
phieren zu lassen. Er — der Bittsteller —
würde diese Photos zu den schönsten seiner

Reiseerinnerungen zahlen. An der Art,
wie der Herr die deutsche Sprache miß-
handelte, erkannten die beiden „Deandeln"
sofort ihren Landsmann. Ein rascher
Blick des Einverständnisses und ein gnä-
diges Dicken der Gewährung. — Und so
geschah es, daß ein Stockamerikaner zwei
Stockamerikanerinnen als „Original baye-
rische Deandeln" konterfeite lind wohl mit
diesen Bildern in seiner Heimat renom-
mierte! —

1938 / JUGEND Nr. 39 / 27. September 1938 Einzelpreis 40 Pfennig

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Julius Macon: Am Ziel
[nicht signierter Beitrag]: Liebe Jugend!
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