Jugend: Münchner illustrierte Wochenschrift für Kunst und Leben — 43.1938, (Nr. 1-52)

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J u G E N D


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N o i' \\ ogis c h o s


Die Wogen schlagen an dein Haus.
Der freie Sturm vom Meere weht.
Kein Bitten, Hoffen, kein Gehet —
Nur deine Kraft, so zogst du aus.

HiNIE

VON ADRIAN VA R ZCELEN

So flogen Banner, trutjig wild,

Voran, den Schiffen hoch voran.

Du warst der große Steuermann,

Du hast dein Sehnen nie gestillt.

Das graue Meer. Dem Wikingschiff,
Nach Norden fuhr es nebelwärts,
Als trüge es das deutsche Herz
Zurück zu Gotlands Felsenriff.

Du stiegst aus Blutes Tiefen auf.

Du warst vielmehr ctenn Kauffahrtei.

Du stiegst ein großer, deutscher Schrei
Aus Erdenmacht zu Sternen auf.

Du trugst das kühle, reine Blut,
Den Adel und die Tapferkeit,
Die Seelenweite und das Leid,
Und einen grenzenlosen Mut.

Du hist das. erste Tagsignal
Von einer stolzen, deutschen Zeit.
Der weißen Segel Helligkeit
Ist unser erstes Ehrenmal.

War unsrer Väter letztes Licht,

Da nordwärts sie entsagend fuhrn. —

O, Gnade, daß der wilde Sturm
An Deutschlands Küsten Wellen bricht.

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Dora Brandenburg-Polster: Norwegisches Kohlenschiff
Adrian Varczelen: Hanse
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