Erstes Capitel.
Jn dcr Bibliothck zu Nöthnitz.
Heinrich von Bünau. *)
Der Mann, in dessen Dienst Winckclmann nun für sechs Jahre cinge-
tretcn ist, war cin Staatsmann und Gelehrter, dcr die Stundcn nnd die
Jahre seiner gcschäftlichen Mnße dem Gedankcn widinete, scinen Namen in
die Rcihe dcr dcntschen Gcschickrschreiber zu setzen.
Tas Gcschlccht der Bünau stainmt aus Thüringcn: schon l l66 wird
es in Urkunden anfgefiihr't; das Stannnhaus war Drotzssig bei Zcitz; seit
1517 hielt cs scine Gcschlecktstagc. Zni Anfang des fünfzehnten Jahrhun-
dcrts crschcincn die Bünan's anch in dcr- Diarkgrafschaft Vtcißen bcgütert;
1525 crhielt dcr Obrist Rndolf, dcr dic Schlacht bci Pavia initinachte, von
Carl V. die Hcnschaft Telschcn in Böhnicn. Hier bcwirthcte Chnrfürst
Johann Georg II. den liaiser MatthiaS nnd seinen Bctter Ferdinand. Dcr
vicrte Johann Georg tanschte Pi/lnitz von den Bünan'S cin; der Vater unsercs
Grafen abcr' crwarb das von Christ besungcne Rittcrgnt Senselitz, wo die
Fainilicnconvente gchaltcn wnrdcn. D-icser ältcre Hcinrich von Bünan war
bei dein Herzog Johann Adolf von Sachscn-Weißenfels Kanzler gcwcsen; nach
dcssen Tod (1 707) kain cr an den chursächsischen Hof und galt hicr für cinen
ber vcrschlagcnsten und ränkevollstcn Zntriganten.
Sein Sohn Heinrich, gcboren zu Wcißenfels dcn 2. Jnni 1697, bczog
don Schnlpforta ans niit fünfzchn Iahren dic Universität Leipzig: schon damals
schricb cr Aufsätzc für dic ^eta Lnickitoi-um nnd für den ,/Nencn Büchersaal".
Der zwanzigjährigc Iüngling bereiste dic dcutschcn Höfe nnd weiltc ein vollcs
, *> I. Fr. Burschcr, Lcbcn Biinaii'S, in dcn vcn ilnn hcrauSgcgcl'cncn post»
uiinci, „Bciracktungcn nbcr dic Rcligicn" d'cipstg 171,9. Dcutschc jiaiscr und Rcichs-
.chU'ric I Bändc 172^—i:i nud scck;cbn Fcliobändc Haudschriftcn anf dcr DrcSdcucr
tubiioibcl , iibcr dic nian dcn Änbang icbe. Mitlbciluiigcn dcS Hcrru C. Sabrcr
v°u >r-abr in Dablcn.
üustj, Winckcliiiann. I
Jn dcr Bibliothck zu Nöthnitz.
Heinrich von Bünau. *)
Der Mann, in dessen Dienst Winckclmann nun für sechs Jahre cinge-
tretcn ist, war cin Staatsmann und Gelehrter, dcr die Stundcn nnd die
Jahre seiner gcschäftlichen Mnße dem Gedankcn widinete, scinen Namen in
die Rcihe dcr dcntschen Gcschickrschreiber zu setzen.
Tas Gcschlccht der Bünau stainmt aus Thüringcn: schon l l66 wird
es in Urkunden anfgefiihr't; das Stannnhaus war Drotzssig bei Zcitz; seit
1517 hielt cs scine Gcschlecktstagc. Zni Anfang des fünfzehnten Jahrhun-
dcrts crschcincn die Bünan's anch in dcr- Diarkgrafschaft Vtcißen bcgütert;
1525 crhielt dcr Obrist Rndolf, dcr dic Schlacht bci Pavia initinachte, von
Carl V. die Hcnschaft Telschcn in Böhnicn. Hier bcwirthcte Chnrfürst
Johann Georg II. den liaiser MatthiaS nnd seinen Bctter Ferdinand. Dcr
vicrte Johann Georg tanschte Pi/lnitz von den Bünan'S cin; der Vater unsercs
Grafen abcr' crwarb das von Christ besungcne Rittcrgnt Senselitz, wo die
Fainilicnconvente gchaltcn wnrdcn. D-icser ältcre Hcinrich von Bünan war
bei dein Herzog Johann Adolf von Sachscn-Weißenfels Kanzler gcwcsen; nach
dcssen Tod (1 707) kain cr an den chursächsischen Hof und galt hicr für cinen
ber vcrschlagcnsten und ränkevollstcn Zntriganten.
Sein Sohn Heinrich, gcboren zu Wcißenfels dcn 2. Jnni 1697, bczog
don Schnlpforta ans niit fünfzchn Iahren dic Universität Leipzig: schon damals
schricb cr Aufsätzc für dic ^eta Lnickitoi-um nnd für den ,/Nencn Büchersaal".
Der zwanzigjährigc Iüngling bereiste dic dcutschcn Höfe nnd weiltc ein vollcs
, *> I. Fr. Burschcr, Lcbcn Biinaii'S, in dcn vcn ilnn hcrauSgcgcl'cncn post»
uiinci, „Bciracktungcn nbcr dic Rcligicn" d'cipstg 171,9. Dcutschc jiaiscr und Rcichs-
.chU'ric I Bändc 172^—i:i nud scck;cbn Fcliobändc Haudschriftcn anf dcr DrcSdcucr
tubiioibcl , iibcr dic nian dcn Änbang icbe. Mitlbciluiigcn dcS Hcrru C. Sabrcr
v°u >r-abr in Dablcn.
üustj, Winckcliiiann. I



