Wagner, Heinrich
Kunstdenkmäler im Grossherzogthum Hessen: Inventarisirung und beschreibende Darstellung der Werke der Architektur, Plastik, Malerei und des Kunstgewerbes bis zum Schluss des XVIII. Jahrhunderts: Provinz Oberhessen: Kreis Büdingen — Darmstadt, 1890

Seite: 141
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GEIS-NIDDA

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seiner Figuren sehr selten und merkwürdig. Die Skulptur hat die Kreuzigung
Christi zum Gegenstand. Unter einem reichen Baldachin ist der ans Kreuz ge-
schlagene Heiland, zu seiner Rechten in altherkömmlicher Weise die Mutter Maria
abgebildet, zu seiner Linken aber steht nicht wie gewöhnlich die Figur des Jüngers
Johannes, sondern die eines Bischofs, der durch den Nimbus als Heiliger bezeichnet

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Fig. 68. Geis-Nidda. Portal der Kirche.

ist. Die Figur daneben stellt einen Donator vor, wie aus der Kleinheit der
Gestalt, der knieenden Stellung und der bittenden Geberde zu schliessen ist.

Die Beziehungen, in denen Geis-Nidda zu Fulda stand, (S. 139) machen es wahrscheinlich,
dass in dem Bischof der h. Bonifacius, in der knieenden Figur der Abt von Fulda, als Patronats-
herr, bezw. Gründer der neuen frühgotischen Kirche zu erkennen ist. Denn diese Figur mit ihrer
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