Hoffmann, Richard [Editor]; Bayern / Staatsministerium des Innern für Kirchen- und Schul-Angelegenheiten [Editor]
Kunstdenkmäler des Königreichs Bayern (2,6): Bezirksamt Cham — München, 1906

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VI. B.-A. Cham.

Geschichte des Regensburger Domes vor allen andern berufen sei, unter den aus
ganz Deutschland hieher geeilten Freunden mittelalterlicher Kunst Sitz und Stimme
einzunehmen. Die Versammlung ehrte sich selbst, als sie beschloß, ScHUEGRAF sofort
durch eine Deputation zur Teilnahme einzuladen.
Weniger bekannt und nicht so bedeutend ist JOSEPH PLASS. In Furth am
10. November 1821 geboren, widmete er sich dem Berufe eines Volksschullehrers.
Die freie Zeit benützte er eifrig zu geschichtlichen Studien. PLASS stellte sich ins-
besondere die Aufgabe, eine historisch-topographische Beschreibung der Oberpfalz
zu schaffen. Als er am 3. Oktober 1898 in Donauwörth starb, hatte er 28 Amts-
gerichtsbezirke fertiggestellt; zu drei weiteren Bänden (Amtsgerichte Kastl, Wald-
münchen, Waldsassen) hinterließ er das Material. Das Amtsgericht Beilngries, das
erst 1879 zur Oberpfalz kam, und die Städte Regensburg und Amberg blieben un-
berücksichtigt. Die bändereiche Handschrift befindet sich jetzt im Besitze des Herrn
Direktors LUDWIG AuER im Kassianeum in Donauwörth. Was uns PLASS bietet, ist
eine überaus fleißige Regestensammlung zur Geschichte aller einzelnen, alphabetisch
geordneten Orte und Siedelungen der Amtsgerichtsbezirke. Der Natur der Sache
nach im ganzen vorwiegend kompilatorischen Charakters, nimmt das Werk doch
vielfach auch Anlauf zu historischer Kritik. Die Plaßsche Arbeit ist, wenn vor-
sichtig benützt, eine gute Grundlage für weitere Forschung; als solche hat sie uns
höchst schätzbare Dienste geleistet. Aus dem jahrzehntelangen, stillen und uneigen-
nützigen Wirken dieses großen Geschichtsfreundes spricht eine außerordentliche Liebe
zur Heimatkunde.
Möge die oberpfälzische Geschichtsforschung des wissenschaftlichen Verdienstes
eines ScHUEGRAF und des Sammeleifers eines PLASS nie vergessen!
Seitdem das Heft V unseres Werkes erschienen ist, hat der Hochwürdigste
Herr Bischof Dr. IGNATIUS VON SENESTREY das Zeitliche gesegnet. Die Denkmäler-
inventarisation ist dem hohen Verblichenen zu tiefstem Danke verpflichtet. Von
Anfang an hat der Hochselige Herr Bischof das Unternehmen mit großer Freude
begrüßt und in jeder nur möglichen Weise tatkräftig und nachhaltig gefördert. Allent-
halben fanden wir in der Diözese liebenswürdigste Aufnahme.
Die Denkmälerinventarisation des Bezirksamts Cham hat Herr Bezirksamtmann
WILHELM SALB mit regem Interesse unterstützt. Unser Dank gebührt ferner sämt-
lichen Herren Pfarrern, Lehrern und Bürgermeistern des Bezirks.
Auch zu diesem Hefte wie zu dem vorausgehenden gab Herr GRAF Huco
VON WALLtBRDORFF wertvolle Beiträge. Außerdem hat der Herr Graf die in seinem
Privatbesitz befindliche handschriftliche Schuegrafsche Chronik der im Bezirksamt
Cham gelegenen Schlösser in liebenswürdigster Weise zur Benützung überlassen.
Herrn Seminarlehrer JOHANN BRUNNER in Cham verdanken wir als tüchtigem
Kenner der Geschichte der Gegend viele schätzenswerte Auskünfte.
Herr Direktor LUDWIG AuER in Donauwörth hat von dem Manuskripte des
Lehrers JOSEPH PLASS, Historisch-topographische Beschreibung der Oberpfalz, den
Band »Amtsgericht Cham und Furth i. W.« für unsere Arbeit zur Verfügung gestellt.
Herzlich zu danken haben wir außerdem für freundliche und stets bereitwillige
Unterstützung den Herren: Dr. FRANZ LUDWIG BAUMANN, Kgl. Reichsarchivdirektor
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