Bayern / Staatsministerium des Innern für Kirchen- und Schul-Angelegenheiten [Editor]; Hager, Georg [Oth.]
Kunstdenkmäler des Königreichs Bayern (2,1): Bezirksamt Roding — München, 1905

Page: 112
DOI Page: Citation link: 
https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/kdkb_roding/0132
License: Creative Commons - Attribution - ShareAlike Use / Order
0.5
1 cm
facsimile
I 12

I. B.-A. Roding.

Kioster- entwickelten Rokoko, das im Chor und im Langhaus den Raum durch Anbringung
kirche. je ejnes einzigen großen Deckengemäldes einheitlich zusammenfaßt, im Langhaus-
gewölbe durch Quergurten je zwei Gewölbejoche zusammengezogen und mit je
einem Gemälde geschmückt. Ein drittes großes Deckengemälde ist im Chor, eben-

Fig. 96. Reichenbach. Detail vom Innern der Nordseite des Mittelschiffes der Klosterkirche.

falls über zwei Joche sich erstreckend. Die Stukkaturen halten am Stile des frühen
Rokoko fest, Laub- und Bandelwerk mit Gittermotiven. Auf den Gebälkstiicken im
Mittelschiff abwechselnd große Vasen und Voluten, letztere als aufgerollte Enden
der Gurten aufzufassen. Die reichen Stukkaturen sind in der Zeichnung flüssig und
elegant, im Relief entsprechend dem frühen Rokokostil sehr zart aufgetragen. Sie
riihren wohl von einem Stukkator aus Wessobrunn her.

Eigenartig ist die weitgehende Polychromie der Kirche. Der Grundton ist
weiß, die Kapitelle sind hellgelb, der Grund der Gurtbögen grün, das Laub- und
loading ...