Kraus, Franz Xaver [Hrsg.]
Die Kunstdenkmäler des Grossherzogthums Baden (Band 2): Die Kunstdenkmäler des Kreises Villingen — Freiburg i.Br., 1890

Seite: 128
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I2ö KREIS VILLI NT, EX.

Pfarrmesse den Gottesdienst beginnen, alle bei demselben fallenden 'Gaben gehörten
der Pfarrkirche, die Kapelle durfte nur eine Glocke haben. (FU. I S. 305).
Ein Neubau erfolgte im 15. Jahrhundert laut einer stark verwitterten Inschrift

(1440?) mit dem Zeichen Ijj und später 1727. 1825 wurde das Spital in das

ehemalige Franziscanerkloster verlegt und das Gebäude sammt der Kapelle in das
jetzige Kaufhaus verwandelt. (R-J

Leprosen haus mit Vituskafielle. Das Gutleuthaus oder Leprosorium
lag südöstlich vor der Stadt. Die 'Siechen am Feld' werden urkundlich erstmals
1322 genannt (KU. V S. 267). Das Gebäude wurde zu Zeiten einer Belagerung
('633. !7°-0 abgebrochen. Die jetzige dazugehörende Vituskapelle ist 1718
gebaut. (R.)

Biekeiikapelle. Die Backenkapcl le zu U. L. Frauen. Näheres über die-
selbe erfahren wir aus der Vorrede des von Pfarrer Ricgger 1735 herausgegebenen
sog. 'Nilgelinkrcuzbüchleins'. Ein Bauersmann nämlich aus dem Spaichinger Thal,
Andreas Nägelin, fand das hölzerne Kreuz — die Zeit ist nicht angegeben — auf
dem Marktweg zwischen Dürkheim und Villingen , nahm es heim, brachte es aber
nach einer Krankheit in die Stadt und erwirkte da die Erbauung einer Kapelle zu
Ehren desselben unter Zusicherung dreier Gnad.en für die Stadt Villingen : Sicher-
heit vor Feindeshand, vor Ketzerei und Feuersnöth. Das Kreuz, sagt das Büchlein,
werde in Schriften schon 1415, 1446 und 1460 genannt in den Ausdrücken: 'vor
dem Bickenthor hinter Nagelins Bild; vor dem Bickenthor bei des NägeUns Kreuz;
geistliche Brüder her dem Kreuz vor Bickenthor'. Es ist von dem Kreuz erstmals die
Rede in einer Urkunde von 1415, Jan. 19, dann [422 Dezember 20: Verkauf
eines Gartens 'vor dem Bickentor bv Nagellins crutz'. 0. Z. VIII 240. 1024
wurde die Kapelle neu aufgebaut und 'gar schön geziert, allwo gross und herrlich
Miracula und Wunderzeichen besehenen seynd*. In Kriegszeiten verwahrte man
das hochverehrte Bild in der Stadt, so 1633, 1688 und 1704. Die Kapelle wurde
im Januar 1033 von den VMIingern in Brand gesteckt, dann wieder aufgebaut; ein
Theil tlcr .Mauern des Chores ist von der alten Kirche; er bewahrt noch Reste
der alten Wanddienste. Der Bau ist llachgcdeckl, hat zweitheilige Fenster mit
Sechspässen. Die beiden jetzigen kunstlosen Xebenalt.'tiv sind 1671 und 1679 von
Johann Glicker, Schreiner. Johann Schupp, Bildhauer, und Johann Kasp. Dober,
Maler, gefertigt (der Altar rechts laut Inschrift und Wappen auf Kosten des Franz
vom Sonnenberg, Johanniterkomturs zu Villingen. Leuggern, Klingnau, Ilohenrain
und Rieden 1071), der Hochaltar 1750 durch Mathis Votzeler, Schreiner, und Anton
Hops, Bildhauer (um 470 II.). In einer Nische neben dein linken Seilenaltar
befindet sich eine Tafel mit der auf Holz gemalten Darstellung i\cr Flucht der
heiligen Familie nach Aegypten, eine Schenkung der Familie von Freiburg (l 7. Jh.),
wie man aus dem Wappen auf der Tafel ersieht (im Schild ein gelber Sparren mit
einer LUie, auf dem Schild eine Frciherrenkionc). Der westliche Giebel ist laut

Inschrift 17^6 aufgeführt, üebet dem gothischen Eingänge \ii + 60; guter
alter Kolzcrucifixus. Die beiden Haroeknebenaltare haben geringe CemUlde

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