Oechelhäuser, Adolf von; Kraus, Franz Xaver [Editor]
Die Kunstdenkmäler des Grossherzogthums Baden (Band 4,2): Die Kunstdenkmäler des Amtsbezirks Tauberbischofsheim (Kreis Mosbach) — Freiburg i.Br., 1898

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AMT TAUBERBISCHOFSHEIM. — GRÜNSFELD.

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Ehe mit dem Landgrafen Friedrich von Leuchtenberg, in zweiter Ehe mit dem Reichs-
grafen Asmus von Wertheim vermählt war. Die Platte galt bisher allgemein als eine
Arbeit Dill Riemenschneiders (vergl. Deutsches Kunstblatt 1850 S. 309, Anton
Weber, Leben und Wirken Dill Riemenschneiders, 2. Aufl., Würzburg und Wien 1888,
S. 54, sowie C. Streit, Tylman R., Berlin 1888, IX., S. 16 Tafel 24), während W. Bode
(Geschichte der deutschen Plastik, Berlin 1885, Seite 165) darin das jüngste datirbare
Werk des von ihm in die Kunstgeschichte eingeführten Meisters des Creglinger
Altars sehen will. Weberweist dagegen mit Recht auf die acht Riemenschneider'sehen
Formen des Löwen hin.

Das schöne Denkmal (w. S.) ist leider im obersten Theil unvollständig und durch
Oelfarbenanstrich entstellt. Die überlebensgrosse Figur der Gräfin naturwahr und fein
durchgearbeitet. Faltengebung schön, Hände und Gesicht gut modellirt. Ringsum die

Fig. j. Grünsfeld. Todtenschilde in der Stadtkirche.

Wappen von: Sponheim, Isenburg, Hanau, Hessen, Schlesien (?) und Hohenzollern.

Die Umschrift lautet: [SUmiü öfli m] vttj-bff ^rcatag nadj bem JSontag
atüü (24. März 1503) ätarb bie inoigß&orne fran ^nrntljta grefin jtt taetfjßl

0ßÜOrn bff Utatß faßt 00t gßliaö 311 • Der eingeklammerte Anfang muss auf dem
fehlenden obersten Stück gestanden haben, wo wohl auch die Wappen von Rineck und
Pfalzbayern angebracht waren.

3) Rechts daneben ein erst seit Kurzem wieder hier angebrachtes und auf einen
neuen Stein montirtes Bronzegrabmal (s. Abbildung auf Tafel VI) der Gattin
Philipps des Aeltern von Rineck, der Pfalzgräfin Amalie (f 1483). Es zeigt in
der Mitte eine weibliche Figur in halber Lebensgrösse, dreiviertel von vorn gesehen, mit
zusammengelegten Händen. Ringsum ein davon getrennter breiter Bronzerand mit den
Wappen von Pfalzbayern (zweimal), Hals und Hohenzollern in den Ecken und folgender

Inschrift: %nna bni • m° • tttf ■ Irrriif • uff • boner^tag ■ naifj • eraubi • iöt •
bu • Ijürfjgeüornß ■ furftin • frä • ameien • pfatj • grafin • üep • rein • ftertsogin •
bnn • ütpn • im • grafin • 3b • rinerft • Bfdfjiö • btt ■ gut • gtnab •

Der Guss ist von grosser Schärfe und Schönheit, das Relief bei aller Flachheit
äusserst bestimmt, die Einzelheiten, z. B. das Brokatmuster auf dem Kleide der Gräfin
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