Oechelhäuser, Adolf von ; Kraus, Franz Xaver [Editor]
Die Kunstdenkmäler des Grossherzogthums Baden (Band 4,4): Die Kunstdenkmäler der Amtsbezirke Mosbach und Eberbach — Tübingen [u.a.], 1906

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AMT MOSBACH. — HEINSHEIM.

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Grabsteine

schmiert, über 4 m breit und 3 m hoch, zeigt rechts den Ritter mit seinen 5 Söhnen,
links die Gattin Margaretha, geborene Echterin von Mespelbrunn mit
ihren 3 Töchtern in Anbetung vor dem Gekreuzigten knieend, sämmtliche Figuren beinahe
in Lebensgrösse und fast frei aus dem Steine herausgearbeitet. Beiderseitig als Abschluss
Karyatiden, der Fries oben mit zweimal 8 Wappen, ebenso der Sockel mit den beider-
seitigen Ahnenschildern geschmückt, als oberster Abschluss ganz unvermittelt: Gott Vater
mit segnendem Gestus. Die Taube des h. Geistes fehlt jetzt. Die künstlerische Arbeit
ist ziemlich geringwerthig, das Ganze aber durch den Reichthum des figürlichen und
den dekorativen Aufbau von guter Wirkung, (lieber die dargestellten Persönlichkeiten
s. den Artikel des Hauptlehrers Ff off mann in der Beschreibung des Amtsbezirks
Mosbach S. 135 f.)

Weitere acht Grabsteine sind jetzt an den Chorwänden angebracht:

1) Grosse gothische Grabplatte (r. S.) des 1422 f Konrad von Ehrenberg
und seiner Gemahlin Irmgard von Rüdt.

2) ^Spätgothische Grabplatte der oben genannten Gattin des Joh. Heinrich
von Ehrenberg, mit dem Bilde derselben (in Hochrelief) in ganzer Figur. Umschrift
kaum leserlich.

3) Einfache Grabplatte der 1542 7 Barbara von Rosenberg mit dem Wappen
in der Mitte.

4) Ebensolche der 1558 f Apollonia von Berlichingen.

5) Ebensolche des 1528 -f Peter von Ehrenberg.

6) Kleine Grabplatte des 1622 -j- Fräulein Maria Kunigunde von Helmstatt.

7) Ebensolche mit zerstörter Umschrift und den Wappen von Ehrenberg
und Gemmingen.

8) Kleines Doppel-Epitaph des 1575 f Julius von Ehrenberg und seiner in
demselben Jahre f Schwester Kunigunde. Links der jugendliche Ritter kniend,
rechts das Fräulein stehend unterm Kruzifix.

Auch dieses Denkmal, wie alle übrigen in der Kirche, dick mit weisser Farbe
überstrichen.

Aussen an der Kirche finden sich ebenfalls einige Grabsteine eingemauert:

1) Einfaches Epitaph der drei Geschwister Johann David f 1671, David
Friedrich -j- 1677 und Agnes Maria -j* 1683, Kinder des Heinrich Zimmer-
mann »Kaiserlichen Sequesterlichen Vogts allhier«.

2) Grosse gothische Grabplatte der 1440 f Frau Brigitte ////// geborenen
von Gemmingen (?) mit 4 Wappenschildern in der Mitte. Umschrift grossentheils
unleserlich.

Im Thurme drei Glocken, von denen die älteste 1621 von Hans Pfeffer in
Nürnberg, die mittlere 1724 von Johann Daniel Röhr in Heilbronn und die jüngste
1794 von C. S. Neubert in Ludwigshafen gegossen ist.

Das im Ort befindliche in schattigem Park gelegene Schloss der Herrn von Racknitz ScHioss
ist ein einfacher, stattlicher Spät-Barockbau. '

Der Ort enthält einige ältere Wohnhäuser, deren jetzt sauber überputztes und Wohnhäuser
übertünchtes Pfostenwerk noch manche schöne Holzschnitzerei aufweisen mag, wie z. B.
das Fachwerkhaus Nr. 89 mit hübschen Renaissance-Erker an der Hauptstrasse.

Glocken
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