Oechelhäuser, Adolf von ; Kraus, Franz Xaver [Hrsg.]
Die Kunstdenkmäler des Grossherzogthums Baden (Band 4,4): Die Kunstdenkmäler der Amtsbezirke Mosbach und Eberbach — Tübingen [u.a.], 1906

Seite: 51
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AMT MOSBACH. — MOSBACH.

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dem wir in diesen Gegenden durchweg begegnen. In Auffassung und Darstellung
durchaus traditionell und schematisch.

Im Dorfe einige ältere Häuser, das älteste darunter von 1555, an einem verschieb- Wohnhäuser
baren Kellerfenster-Stein datirt. Ferner finden sich die Jahreszahlen 1606, 1610, 170g,
1744 etc.

Ein hübsches Fachwerkhaus von 1707 zeigt an dem eichenen Eckpfosten das Bild
eines Jägers geschnitzt mit dem Hörn am Munde und mit einem Vogel zu Füssen.

Der amtliche Fragebogen giebt an, dass im Gemeindewald, Distrikt Seewald, ober- Burgstadci
halb des Ortes ein sogen. Burgstadel gelegen sei. Reste davon nicht mehr auffindbar.
Nach Näher, der aber die Lage der Ruine »über dem Tunnel«, also an der andern
Seite des Thaies, angiebt, habe die Burg »Landesehr auch Landsburg« geheissen.

MOSBACH

Schreibweisen: Mosebach 976; Musebahc ca. 1027 bis 1036; Mosbach 1157;
Musbach, Musebach und Mosebach im XIII. Jh.; Masbach 1345; Mossbach 1395;
Mosspach 1444; Mossbache 1483 etc.

Litteratur: Merian, Topographia Palatinatus Rheni. J. H. Andreae, Mosbacum

in sylva ottonica illustratum 1771. J. G. Widder Versuch einer.....Beschreibung

der Kurfürstlichen Pfalz am Rheine, II. Theil, Frankfurt und Leipzig 1786, Oberamt
Mosbach, von Seite 61 an. K. F. V i e r o r d t Geschichte der evang. Kirche im Grossh.
Baden. Karlsruhe 1847—1856. F. J. Mone Urgeschichte des Badischen Landes I, 183.
H. Wirth Die Stadt Mosbach (Sonder-Abdruck aus der »Badenia« L). Heidelberg
1864. Archivalien besprochen in Oberrh. Ztschr. NF. III m 28. Jacob Hoffmann
Historisch-topographisch-statistische Beschreibung des Amtsbezirks Mosbach. Heraus-
gegeben von der Freien Lehrer-Conferenz 1884. Bühl 1885, S. 162 ff.

Geschichtliches: Der behauptete römische Ursprung des Ortes ist weder durch Geschichtliches
bestimmte Nachrichten, noch durch Funde beglaubigt, dagegen sind im »Flürlein« 1898
die Reste eines römischen Gebäudes gefunden worden. (W.)

Die älteste urkundliche Erwähnung des Namens »Mosebach«, als einer Abtei,
geschieht i. J. 976. Kaiser Otto II. verleiht in diesem Jahr seine im Wingartweiba-Gau

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