Oechelhäuser, Adolf von ; Kraus, Franz Xaver [Hrsg.]
Die Kunstdenkmäler des Grossherzogthums Baden (Band 4,4): Die Kunstdenkmäler der Amtsbezirke Mosbach und Eberbach — Tübingen [u.a.], 1906

Seite: 102
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KREIS MOSBACH.

enthebt. Die Höhe beträgt fast 3 m. Besonders reizvoll die Art, wie der obere Abschluss
sich von einer mit Stabwerk verzierten Rückplatte abhebt.

[Vom ehemaligen barocken Hochaltar sind zwei künstlerisch werthlose Holz-
figuren (Maria und Johannes) erhalten, die ein trauriges Licht auf den Kunstwerth
jenes Altarschmuckes werfen und mit Recht in der Kirche keine Wiederverwendung
gefunden haben.]
GrabmKier Die Aufzählung der Grab-Denkmäler im Innern des Gotteshauses beginnen wir

im Chor:

1) Hinter dem Hochaltar Grab-

platte des i. J. 1785 f Philipp
von Gemmingen-Guttenberg
und seiner im Jahre vorher ver-
storbenen Gemahlin Elisabeth
Margaretha, geb. von Racknitz.
In reich verziertem Sandsteinrahmen
eine Marmorplatte mit vergoldeter
Inschrift; obenauf eine Taube mitOel-
zweig im Schnabel innerhalb eines
Lorbeerkranzes, unten das Allianz-
Wappen des Ehepaars. Links daneben

2) die grosse Grabplatte
der i. J. 1763 zu Hannover ver-
storbenen Maria Elisabeth von
Hardenberg, geb. von Gem-
mingen-Guttenberg (s. Fig. 61).
Die schwarze Marmorplatte mit der
Inschrift ist von einer auffallend
schönen Rococo - Umrahmung aus
weissem Sandstein umgeben; orna-
mentaler und figürlicher Schmuck
fehlt sonst gänzlich.

3) Als Gegenstück rechts die Grabtafel der i. J. 175g zu Rinteln in Westfalen
verstorbenen unverehelichten Augusta Benedicta von Gemmingen-Guttenberg
(s. Fig. 62). Auch hier eine schwarze Marmortafel mit Goldschrift in reizvoller, aber
etwas zu unruhigerer Rococo - Umrahmung von weissem Sandstein, ohne weitern
Schmuck.

Im Schiff an der Südwand, den ganzen Raum unvortheilhaft beherrschend, das

4) grosse prunkvolle Kenotaph (s. Lichtdruck-Tafel XII) des i. J. 1702 f Fried-
rich Christoph von Gemmingen zu Guttenberg, der bei Vertheidigung des
Rheinüberganges bei Basel gegen die Franzosen den Heldentod erlitten. Das von der
Gattin Benedicta Helena gestiftete Grabmal ist im Einzelnen, besonders im Figürlichen

Fig. 62. Grabplatte in der Kircke zu Xcckarmühlliach.
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