Kraus, Franz Xaver [Hrsg.]
Die Kunstdenkmäler des Grossherzogthums Baden (Band 5): Die Kunstdenkmäler des Kreises Lörrach — Tübingen u.a., 1901

Seite: 11
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0.5
1 cm
facsimile
a Grund ausgemalt gewesen waren. Ueberdies lagen im Schutt dünne irisirende
Scherben von einem oder zwei Glasgefässen und einer sehr dünnen, kreisrunden (Durch-
messer 13 cm) Scheibe von Glas. (W.J

Etwa 18 m weiter nördlich von dem beschriebenen Räume stiess man in der
Steingasse in 1 m 70 cm Tiefe im Schutt auf das stattliche Stuck einer 35 cm dicken
Säule aus weissem Kalkstein mit 11 cm hoher quadratischer Plinthe, 40,5 cm hohem
Fuss und im 30 cm hohem Schaft, auf dessen oberer Fläche ein Dollenioch eingeschlagen
war, welches zur Befestigung eines Kapitals gedient haben durfte. Eine zweite ähnliche,
aber dünnere Säule (Durchmesser 28,6 cm) fand sich 6 m weiter östlich; dazu kamen
Reste einer dritten und vierten Säule, letztere mit einem konsolenartig vortretenden
Eapitäistüek Die genannten wenigen, aber hübschen Architekturreste lassen auf eine

feinere römische Villa schliessen, welche etwa ü
sein dürfte. (W.J

Ehemaliges Schloss der Bären fels, ein befestigtes, mit Wassergraben umgebenes
Weiherhaus (das Wasserhus ze Grenzach) war vorher in verschiedenen Händen, wurde
1445 von den Baslern, 1448 von dem österreichischen Adel zerstört. 1689 erlitt es
neue Schädigung an Mauern und Gräbern durch die Franzosen, 1735 wurde es an einen
Bauern abgegeben. Die Bärenfels hatten den Ort 1491 bis 1735 als hachbergisches
Lehen; bis 174t gehörte die Gemarkung nördlich zur Herrschaft Rötteln, südlich zur
öst. Herrschaft Rheinfelden.

Pfarrkirche (evangel., plebanus in Crenzach in decanata Wisental 1275; ecclesia
Krenczach cum filia s. Cristine [Crischona in Kant. Basel-Stadt] decanatus Warembach,
archidiaconatus Brisgoviae zw. 1360 bis 1370 Lib. marc.). Das Schifi ist ein moderner
Anbau. Alt sind noch 'ITiurm und Chor, welche der Spätgothik des beginnenden 16. Jhs.
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