Kraus, Franz Xaver [Hrsg.]
Die Kunstdenkmäler des Grossherzogthums Baden (Band 5): Die Kunstdenkmäler des Kreises Lörrach — Tübingen u.a., 1901

Seite: 22
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kommen dalìir, dass er vom Bisthum abgestanden. Derselbe gab sein Pfand dem
Erzherzog Leopold von Oestreich und dieser stellte es dem Burkard Mönch von
Landskron zu. Als nun die Stadt Basel mit dem Erzhause in Krieg gerathen und der
Inhaber dieses Schlosses sich feindselig gegen die Basler zeigte, giengen diese 1409
mit 5 000 Mann vor Istein, beschossen, bestürmten und eroberten das Schloss, welches
auch der Stadt in dem anno 1411 zu Enzisheim erfolgten Frieden überlassen, hernach
abgebrochen, die Quader nach Basel geführt und am Riehener Thor daselbst verbaut
worden.

Lange darnach hat Bischof Kaspar zu Rhein Istein pfandweise an Herman von

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Fig. 8. /stein. Kaptth auf dem 'Kkti.

Eptingen übergeben, der wollte das Schloss wieder aufbauen, allein die Stadt legte sich
dawider und verhinderte es.'

Jetzt führt zur Höhe des Klotzes ein steil gebauter Weg empor, durch ein an die
Felswand gelehntes Steinhaus hindurch, dessen Dachgesimsecke mit einem kleinen
Glockenthürmchen bekrönt ist (vergi, Fig. 8), über eine Holzbrücke weg durch einen
Strebepfeiler, an dessen Sehmalwand die Holzfigur des Heiligen auf vorkragenden
Steinen steht (vergi. Ansicht und Fig. eb.).

Die malerische Höhe ist von Sagen reich umwoben und in den letzten Jahrzehnten
in Scheffels 'Hugideo' wiederum besungen worden.

Aus dem Dinghof löste sich der Scholerkof oder das Schenkenschlösslein ab,
welches B. Jakob Christoph von Basel 1594, nachdem sein Vogt Jakob Christoph Schenk
es von den Erben des Domdekans Propstes von Aponex angekauft hatte, als Adelsbesitz
von allen bürgerlichen Lasten. 1691 wurde der Scholerhof an die Familien Brändlin
und Stahelin verkauft, welchen er bis zum Brande von 1796 blieb.
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