Kraus, Franz Xaver [Hrsg.]
Die Kunstdenkmäler des Grossherzogthums Baden (Band 5): Die Kunstdenkmäler des Kreises Lörrach — Tübingen u.a., 1901

Seite: 44
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In dem Gelasse östlich vom Berchfril, der uiiern l!urg, liegt noch ein achteckiger
Sand Steinpfeiler von 1,72 m Höhe und 18 cm Seitenlange, der an einer abgeschrägten
Seile ein kleines, badiscbes Wappenschild und dariilier cine su::leni>i;iUüri.t;o Rose trägt
(vergi. Fig. 22).

Im Obergeschoss einer Querwand befinden sich noch zwei Bogenöffmingen und
neben der untern nindbogigen eine schön deiaillme Tragsäule mil Ge-imsstiïck, die
wir in Fig. 24 wiedergeben.

Der kleine halhrandc riankeiitminn, nördlich vom grossen llerchfrit (vergi. Situations-
plan), der nach der Aus.scuseitc In einem Stockwerke
eine (n förmige Scharte mit kreisrunder Ausbuch-
tung in der Mitte zeigt, im dariiiierliegenden eine
Rundöflnung mit zwei Konsolen und der oberhalb
mit Mauerschuit 11ml Moos abgedeckt war, hat bei
Untersuchungen, die Bauinspektor Forschner in
Lörrach anstellen liess, ergeben, dass die oberen
Reste des Thurmes einem länglichen, gegen die
Aussenseitc halbkreisförmig ;>.!jge~ehl(]ssenen Gelasse
angehörten, das durch eine besondere, von Westen
hereinführende Treppe /rigatiglieli gemacht war und
durch ein 80 cm breites Fenster beleuchtet wurde.
Der Boden war mit 19x19 und 19X33 cm
grossen Back stein il iessen gepflastert und lag im
Gefälle gegen das nördlich gelegene Fenster (vergi.
Fig. 22).

Die aus Sandsteinschroppen und Ziegeln be-
stehenden Mauern waren mit hübsch gerichteten
Kalksteinen verkleidet und theilweise verputzt. Das
Thürgewände steht mit der Mauer bündig und ist
noch 0,80 bzw. 1,00 m hoch und wie die noch vor-
handenen Trittstufen aus rothem Sandstein gefertigt.
Die Fensterbank liegt 40 cm höher als der
Fussboden, die Gestelle haben einen Anschlag nach
Aussen.

Unter diesem (1899 Herbst) neu aufgedeckten Räume, liegt ein gewölbtes, im
Gnmdriss halbkreisförmig gestaltetes Gelass, zu dem ein 3 m langer, gewölbter, 80 cm
breiter Gang führt. In diesem Gelasse ist eine Scharte und eine 90 cm breite Mauer-
nische mit innen vorgesetztem TMrgewände angebracht, welche sich nach Aussen in
Form einer Rundbogenthüre öffnet. Die dort angebrachten, dreifach übereinander
geschichteten Konsolensteine lassen auf eine alte Abortanlage schliessen (vergi. Fig. 22,
Grundriss und Querschnitt).

Unter diesem Gelasse befindet sich der in dem Situationsplan gezeichnete (schraffirt)
Umgang um die Burg in der Umfassungsmauer. (D.j

In unserm Jahrhundert war die Burgruine dem Verfalle nahe, so dass das Gr. Staats-
S, Juni 18. den Betrag von % 100 fl. behufs Restauration derselben bewilligte.
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