Kraus, Franz Xaver [Hrsg.]
Die Kunstdenkmäler des Grossherzogthums Baden (Band 5): Die Kunstdenkmäler des Kreises Lörrach — Tübingen u.a., 1901

Seite: 67
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scheint, von einer Mauer umgeben, von welcher noch an einigen Stellen über meterdicke
Reste erkennbar sind und deren Zusammensturz den vielleicht früher tiefern Graben
etwas angefüllt haben mag. Die Mauer ist von auf einander geschichteten Findling-
Steinen ohne Mörtel aufgeführt (Fig. 34). Vergi. Näher BJ. LXXIV 12. (W.j
Stadt.

(D.) 'Ligt im Brissgow, /wischen Freyburg und Basel, und gehöret in die obere
Marggrafschaft Baden : Und hat Statt und Schloss den Namen von dem berühmbten Bad
allda: dessen Heylwasser auf einem Hügel entspringt, daran gleich ein Berg ist' u. s. w.
Vergi. Merian S. 12. Das Bild, welches Merian uns von Badenweiler im 17. Jh. gibt,
ist in seinen allgemeinen Umrisslinien gegen heute wenig verändert, nur die Burg ist dach-
los geworden und die aufragenden Trümmer bilden im Einzelnen eine andere Silhouette,
wie auch die Kirche, die seit jener Zeit schon zweimal die Form gewechselt hat, aber
immer auf dem gleichen Platze wieder aufgeführt wurde. Sie beherrscht heute, wie damals,
den im Sattel /wischen Burgberg (Oolithfelsen) und dem Blauen gelegenen Ort. (Vergi.
Tafel VII.)

(K.) Die Burg Badenweiler (vergi. Gerbert a. a O.; Schoepflin a. a. O.;
Neugart Ep. Const. II 27, 313, 315, 501; Näher und Maurer Burgen des Breisg.
S. 50 (mit Ans. u.Grundr. aus Merian); Riezler Gesch. d. Hauses Fürstenberg, S. i78f.;
Maurer Schau ins Land XIV So; Näher und Maurer Die altbad. Burgen. 1896, 62 f.
— Piper Burgenkunde, Absch. 1895, 468. — Universal-Lexik, d. Gr. Baden 1843;
Fürstenb. Urkdb, II 392, 413, 437 (mit Ans. nach Merian). — Die erste F.rwähnung des
Ortes ans dijm Mi'.tdal'er linrk:' :n::;i m f:er SiiAiiripjiirkundo des Klosters Sulzburg
(s. d. Art.} um 993, wo eines Gutes zur Wilare gedacht wird, Reginhard und Giselbert
von Wilare erscheinen als Dienstmannen der Herzoge Berthold III und Konrad von
Zähriagen. Eines Schlosses in Baden (in castro zuo Baden), wie damals die Burg hiess,
geschieht zuerst i. J. 1122, Dez. 26. Meldung, wo Herzog Konrad von Zähringen in ihr
eine Schenkung für S. Peter vollzog (Schannat Vind. Litt. Coli. I i6ï, vergi. Neugart
Ep. Const. II 27). Des Ortes Baden wird schon vorher, 1028 gedacht, wo Kaiser
Konrad II die Nutzung der Silberbergwerke bei B. dem Hochstift Basel einräumte,
welche Schenkung K. Lothar ii3r bestätigte. Der von den Zähringern auf dem Schlosse
bestellte Dienstmanne nannte sich 'von Baden'. Die zur Zeit des Herzogs Konrad
erwähnten Heinrich und Adelbert von Baden gelten als Vorfahren der später in der
Umgegend begüterten freiherrlichen Familie von Baden, die einen sechsfach geschachten
Schild im Wappen führten, 1147 brachte Konrads Tochter dementia von Zähringen
das Schloss an ihren Gemahl Heinrich den Löwen, der es in Tausch 1157 an K. Fried-
rich I abgab. Nach dem Ausgange der Staufen scheint Graf Konrad von Freiburg
(1237 bis 1272) sich des Schlosses als ehemaligen Zähringer Gutes bemächtigt zu haben.
Dessen zweiter Sohn Heinrich erbte T272 Schloss Badenweiler, wo er sich niederliess;
als sein Burgvogt tritt Heinrich von Lideringen auf. Durch seine ältere Tochter Marga-
rethe kam Badenweiler an deren Gemahl, den Grafen Otto von Strassberg im Aargau,
dessen Sohn Irmer ihnen in diesem Besitz nachfolgte, Otto's Wittwe verlieh 1324 die
'Kirche in Baden' Heinrich von Bräunungen. Nach des kinderlosen Irmer's Tode 1364
(er wurde in der Kirche zu B. beigesetzt) erbten die Kinder seiner Mutterschwester Verena,
die Grafen von Fürstenberg B., die es nach vier Jahren an die Stadt Freiburg verkauften
(für 15000 fl., 1368). Von ihr übernahm es Graf Egeno bei seinem Frieden mit der

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