Kraus, Franz Xaver [Hrsg.]
Die Kunstdenkmäler des Grossherzogthums Baden (Band 6,1): Die Kunstdenkmäler der Amtsbezirke Breisach, Emmendingen, Ettenheim, Freiburg (Land), Neustadt, Staufen und Waldkirch (Kreis Freiburg Land) — Tübingen u.a., 1904

Seite: 419
DOI Seite: Zitierlink: 
https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/kdm6bd1/0440
Lizenz: Creative Commons - Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen Nutzung / Bestellung
0.5
1 cm
facsimile
AMT STÄUPEN — HARTHKIM. HAUSEN. HEITERSHEIM.

HARTHEIM

Schreibweisen: Hartheim 773 Cod. Lauresh.; Harthein 1179; Harthen 1185;
Harten 1482.

Kath. Kirchs (ad. S. Petrum et Paulum); Neubau des 19. Jhs. Im Innern ein
Hochaltar im üblichen Barockaufbau; zwei Seitenaltäre ohne Werth.

In der Sakristei zwei silbervergoldete, getriebene Kelche: Rocaille. Der eine
etwas spätere, mit den Gestalten der vier Evangelisten am Fuss, theils in schwachem
Relief, theils gravirt. Der silbervergoldete, einfache Wettersegeii laut Aufschrift ein
'Donum Josephi Antonii Kleiber Parochi pro filiali ecclesia Hartheim 1791'.

Die Glocken sind neu.

Die alte Kapelle (wie es scheint geringer Bau des 18. Jhs.) ist zum Rathhaus
umgewandelt worden; sie bietet nichts, was zu erwähnen wäre.

Der Ort gehörte zur Landgrafschaft Breisgau und wurde 1805 badiscb. (Wth.)

Kath. Kirche
Hochaltar
Kelche

HAUSEN

(an der Möhlin}



Schreibweisen: Husen 1147; Hausen 1594.

Prähistorisches und Römisches: Der pfaffen weg ob den grebern, 14. Jh. (Mone Prähistorisches
UG. I 216); hochstraze, hochstros 1370; hochstrasse 1409 (eb. I 143).

Der viereckige Thurm der Kirche (ad. S. Joannem B.) scheint in seinem unteren
Theile alt; er hat eine Halle mit Gratgewölbe.

Ein Ortsadel erw. zw. 1092 bis c. 1152. Schon 1184 werden Kirche und Fron-
hof als dem Kl. S. Trudpert gehörig erwähnt. Der frowen hof von Günterstal, 1255,
kam durch Schenkung der Tochter des letzten Herrn von Alpenach, Bertha v. Keppen-
bach, an dies Kloster; er wird auch 1329 erwähnt. Die Vogtei war ursprünglich
zähringisch und dann freiburgisch, zuletzt Lehen der Herren von Fnlkenstein. (K)

HEITERSHEIM

Schreibweisen: Hentersheiraer marca ad. a. 777 bis 838, Cod. Lauresh.; villa
Heitresheim ad. a. 832, eh.; Heiterschein 1064, Cop. 14. Jh.; Heiterseim 1185 f.

Litteratur: Werkmann Schau ins Land III 34—52. Vergl. eb. VII 8 n° 1.
Für die Geschichte Schau ins Land, passim, s. Index XXVI 33.

Prähistorische und römische Reste: 'hertweg' zw. H. und Grosssachsen. 1432
Urk. Altweg 1468 (Mone UG. I 143). In den grebern 1468 (eb. 215). Schloss-
äcker u. s. f. 'hohe Strasse' zw. H. und dem Strassenheimer Hof. Steinsatz 1683
(Mone Z. XX 435). lieber die keltisch-römische Ansiedlung s. Schau ins Land III 34.
'Eselsweg' II 63, III 34. (K)

Bei dem Bau der Bahnstation 1846 wurden Gegenstände aus der Bronzezeit,
wahrscheinlich von einem Grab herrührend, ein Bronzeschwert, eine Nadel und eine eng

27*

Römische Reste
loading ...