Kraus, Franz Xaver [Editor]
Die Kunstdenkmäler des Grossherzogthums Baden (Band 6,1): Die Kunstdenkmäler der Amtsbezirke Breisach, Emmendingen, Ettenheim, Freiburg (Land), Neustadt, Staufen und Waldkirch (Kreis Freiburg Land) — Tübingen u.a., 1904

Page: 455
DOI Page: Citation link: 
https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/kdm6bd1/0478
License: Creative Commons - Attribution - ShareAlike Use / Order
0.5
1 cm
facsimile
AMT STAUFKN. -

Neapel, vergl. Sauer Sym-
bolik des Kirchengebäudes,
S. 297 ff.). Die uns nur
bruchstückweise erhaltene
Inschrift erinnert an die-
jenige des berühmten Bap-
tisteriums zu Lüttich, wo
die Nachfolger der Apostel
unter dem Bilde des Ochsen
dargestellt sind: bis senis
bobus pastorum forma
notatur [| quos et Aposto-
licae commendat gratia
vitae u.s.f. (Cahier Mel.
d'Arch.IVio3u.Reusens
Elements d'arch. ehret. I
448fT.). Das Mittelbild der
Rückseite ist etwas ver-
wischt: in der Mandorla
sitzt wieder eine mit dem
Nimbus versehene, mit
einer Art Pallium über der
Tunica bekleidete Figur,
welche beide Arme erhebt;
in der Rechten glaubt man
ein Kreuz zu erkennen.
Es ist an eine Madonna
gedacht worden, doch
scheint auch hier der Sal-
vador abgebildet zu sein.
Ebenso wird eine dritte,
zwischen den Aposteln
und Propheten geordnete,
sitzende Gestalt auch als
das Bild des Erlösers an-
zusprechen sein, was durch
den Gestus der Bene-
diktion sicher gestellt ist.
Schwieriger scheint die
Figur des einem Thier
den Rachen aufreissenden
Mannes ohne Nimbus zu
erklären zu. sein. Wir

werden indessen darin unbedenklich das alttestamentliche Vorbild Christi, Simson, wie
er dem Löwen- den Rachen aufbricht, erkennen. So begegnet er uns häufig als Symbol
loading ...