Wingenroth, Max ; Kraus, Franz Xaver [Hrsg.]
Die Kunstdenkmäler des Grossherzogthums Baden (Band 7): Die Kunstdenkmäler des Kreises Offenburg — Tübingen, 1908

Seite: 544
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KREIS OFFENBURG.

Ölgemälde
Kruzifix

silbernen Ranken und Marterwerkzeugen Christi an der Cuppa verziert; Zeichen nicht
mehr erkenntlich. Eine weiße Casel, Silberbrokat, mit goldenen Sternen bestickt, vom
Ende des 18. Jhs. Ölgemälde der Stationen Christi, derbe Werke des 17. Jhs.

Auf dem Friedhof Kruzifix, 1703 von Jacob Frech, Bürger in Harmersbach,
errichtet, 1800 und 1898 renoviert; Durchschnittsarbeit.

(Eine Kapelle im Tal 1882 erbaut.) (Wth.)

UNTERHARMERSBACH

Römisches Römisches: »Auf der Höhe der Waldsteinischen Waldungen, linker Hand nach

Harmersbach zu, war vor Jahren noch ein mehrere Fuß über den Erdboden hervor-
ragendes, offenes großes Gewölbe zu sehen, welches im Volksmund die Heidenkirche
genannt wurde. Vor diesem Gewölbe standen ehemals zwei hohe unbehauene Sandsteine
in Form von" Säulen. Auf einem derselben war folgende Inschrift zu lesen:

I • O • M •
P • B • B
CL- F ■
Vielleicht Jovi Optimo Maximo Posuerunt Baebius Baebii que filii, nach Analogie der
Säule von Gengenbach (s dort).« (Rappenegger in den Schriften des Bad. Altertums-
vereins IL Bd., 2. Heft, 1849, S. 255 f.) (W.)
Kapelle Kapelle (ad S. Michaelem), (in Kirnbach). Patronat und Zehnt gehörten dem Kloster

Gengenbach, das auch für Chor und Turm baupflichtig war; die Kapelle war die ehe-
malige Pfarrkirche des Untertales. Laut einer im Pfarrhaus zu Zell aufbewahrten Urkunde
vom 29. September 1760 wäre dieselbe 1567 erbaut und am 29. September, dem
S. Michaelstag, eingeweiht, 1643 aber durch weimarisches Kriegsvolk »verderbt« worden,
was am 29. Februar 1648 im Kirchenbuch verzeichnet wurde durch den Secretarij
Dornbluet von Gengenbach »und ist bis heute 29. September 1760 die Renovierung und
Erneuerung der Kapelle mehrmalen beschehen mit Erlaubniß des Herrn Vogt Frantz
Harter und ehrsamen Rath allhier«.
Chor Bei der genannten Zerstörung blieb der geradegeschlossene Chor offenbar erhalten.

Er öffnet sich im Spitzbogen gegen das Langhaus, ist mit neuer flacher Decke versehen
und hat nach Norden und Süden zwei einpfostige, spitzbogige Fenster mit Kleeblattbogen-
maßwerk, an der Ostwand eine spitzbogige Nische, wohl ein zugemauertes Fenster. Das
Langhaus mit seiner flachen Holzdecke und rundbogigen Fenstern dürfte wohl aus der
Zeit der Erneuerung herrühren. Wie gewöhnlich, ist der Bau aus Bruchsteinen errichtet
mit Sandsteingewänden.

Innenausstattung Von der Innenausstattung sind zu nennen die zwei alten Glasgemälde in den Chor-

fenstern mit erneuertem Fond und wohl ganz erneuerter Umrahmung. In dem südlichen
der Tod Maria und oben zwei Engel, noch durchaus in den Formen des 15. Jhs., in dem
nördlichen zwei jetzt verkehrt gestellte Wappen, das eine Schild mit blau damasziertem
Balken längsgeteilt auf silbernem damaszierten Grund, roter Fluß, das andere mit
rotem Kreuz in gelb damasziertem Felde. — Außerdem ein kleines Ölgemälde, den
Gekreuzigten darstellend, Durchschnittsarbeit des 17. Jhs.

Xria^Ketten Die Wallfahrtskirche Maria zur Ketten besteht ihren Bauformen nach jeden-

falls schon seit dem Ende des 15. Jhs. Dazu stimmt eine Notiz im Zeller Kirchenbuch
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