Wingenroth, Max ; Kraus, Franz Xaver [Hrsg.]
Die Kunstdenkmäler des Grossherzogthums Baden (Band 7): Die Kunstdenkmäler des Kreises Offenburg — Tübingen, 1908

Seite: 692
DOI Seite: Zitierlink: 
https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/kdm7/0840
Lizenz: Creative Commons - Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen Nutzung / Bestellung
0.5
1 cm
facsimile
692

KREIS OFFENBURG.

Bildstöcke

Haus Nr. 152, Adolf Neef. In dem Sturz der spätgotischen Rundtür Zahl
• I • 5 • X • $ • und die Zeichen I *k. Der frühere schöne Holzerker des Hauses hat

einer Modernisierung weichen müssen.

Haus Nr. 182 »Zähringer Hof« mit Löwenrelief über Tor und Zahl 1764; Nr. 217
verputzter Riegelbau mit vorgekragten Stockwerken; Türe mit darüberliegendem kleinen
Oberlichtfenster originell verbunden; im Sturz J614.

Haus Nr. 86, teilweise verändertes Haus vom Anfang des 16. Jhs. Über dem
Erdgeschoß Sandstein mit dem zweimaligen Wolfacher Wappen und Jahreszahl I5J~5
darunter; an einer Seitenfront noch gotische Wasserschräge, an der anderen gotische
geradsturzige Fenster.

Haus Nr. 143, Mesnerhaus; 17. Jh.

In der Hauptstraße Brunnen, viereckiger Trog, plumpe Säule, worauf Statue des
h. Nepomuk; 18. Jh.

Bei der Kinzigbrücke auf Sandsteinpostament in bewegten Rocailleformen geringe
Statue des h. Nepomuk von 1756.

An der Straße nach Halbmeil und den anderen Ausgängen von Wolfach verschiedene
Bildstöcke von 1770, 1776,1787 etc., zum Teil in recht guten Barockformen, Voluten etc.

OBERWOLFACH

Archivalien: Mitteil. d. histor. Komm. Nr. 17 (1895), S. 91.
Kath. Kirche Kath. Kirche (ad S. Bartholomaeum): Bereits 1275 wird ein rector ecclesiae

superioris Wolfach in decanatu Kürnbach erwähnt, Jacobus viceplebanus in superiori
Wolva 1291; pfaff Hilwer zu der oberen Kirchen in der Wolfach 1380; eccles. superior
Wolfach 1324; eccles. Obernwolfa 1360 bis 1370; Kirche zu der Obernwolfach 1389.
Die heutige Kirche ist ein schlichter Bau des 18. Jhs. mit Außengliederung durch
Lisenen. Das Innere ist einschiffig mit Stuckdecke im frühen Rokokostil.
Altäre Altäre: Ein Haupt- und zwei Seitenaltäre, üblicker barocker Säulenaufbau mit

Rocailleverzierung, schwachen Gemälden und Statuen, der Gesamteindruck dekorativ
Kanzel flott. Einfache Kanzel aus gleicher Zeit.
Kruzi&cus Vom Triumphbogen hängt ein Kruzifixus herab, frische, erfreuliche Holzskulptur

des 18. Jhs.
Sonnenmonstranz In der Sakristei eine Sonnenmonslranz, silbervergoldet, mit Figuren, am Fuß

hübsche Ranken und zwei Medaillons mit Darstellungen des Abendmahls und des
Gebets am ölberge, getriebene Arbeit. — Außerdem noch silberdurchwirkte Casel des
18. Jhs.
Glocke Eine Glocke ist von Matthäus Edel in Straßburg 1756, die zwei anderen in neuerer

Zeit gegossen.

Ehemals bestand noch ein Nonnenkloster der dritten Regel des h. Franz (in der
obersten closen zu Wolfach), Anfang 14. Jhs., Quellensammlung III, S. 448 — mona-
loading ...