Oechelhäuser, Adolf von ; Kraus, Franz Xaver [Hrsg.]
Die Kunstdenkmäler des Grossherzogthums Baden (Band 8,2): Die Kunstdenkmäler des Amtsbezirks Heidelberg (Kreis Heidelberg) — Tübingen, 1913

Seite: 228
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Der ehemalige große Garten ist jetzt ebenfalls größtenteils verbaut.

III. Das Lutherische Spitai. Wie die Reformierten, so erhielten auch die
Lutheraner i. J. 1755 in der l'Iöck einen Ersatz angewiesen, und zwar an der Stelle der
jetzigen höheren Mädchenschule, welches nach Wundt (I, 409) i. J. 1 792 an der Stelle des
vom Bildhauer Heinrich Charrasky testamentarisch vermachten Hauses und zweier
anderer dazu angekauften anstoßenden Grundstücke neu errichtet worden ist. Mit der Ver-
legung des Lutherischen Spitals i. J. 1803 in das anliegende ehemalige Kloster der weißen
(Dominikaner-) Nonnen beim ehemaligen Schießtor (s. unten) gelangte dieser stattliche

Fig- 148. Ehemaliges Findelhaus in der Neugasse.

(Abgerissen 1903.)

Neubau in den Besitz des Professor Schwarz, der hier eine' Lrziehunganstalt ein-
gerichtet hat. (Die Marmorbüste des genannten lutherischen Bildhauers Charrasky.
eines geborenen Ungarn im Dienste des Kurfürsten Johann Wilhelm, welche derselbe
i. J. 1709 selbst gefertigt hatte, machte den Umzug aus dessen ehemaligem Garten in das
neue Anwesen mit, ist aber zurzeit anscheinend nicht mehr nachweisbar.)

IV. Das auf dem Walpergenschen Panorama als ein langgestreckter großer Bau dar-
gestellte Weißnonnqnkloster (Nr. 34) ist laut der zurzeit im städtischen Lapidarium
befindlichen Bauinschrift (s. unten) i. J. 1724 von den weißen Dominikanerinnen erbaut
und nach deren Aufhebung i. J. 1803 von der evangelisch-lutherischen Gemeinde aus
eigenen Mitteln angekauft und zum Hospital eingerichtet worden. Die dazugehörige Ka-
pelle dient jetzt als englische Kirche; das westlich anschließende Kloster ist neuerdings
zur Vergrößerung der Mädchenschule abgebrochen worden.
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