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Kekulé von Stradonitz, Reinhard [Honoree]
Bonner Studien: Aufsätze aus der Altertumswissenschaft, Reinhard Kekulé zur Erinnerung an seine Lehrthätigkeit in Bonn gewidmet von seinen Schülern — Berlin, 1890

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https://doi.org/10.11588/diglit.15956#0112
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1

Nonniana zur Grigantomachie.

Von

Friedrich Koepp.

Keine Sage wird öfter von den alten Dichtern erwähnt als die vom
Gigantenkampf; keine war ihnen offenbar geläufiger. Zahllos sind die An-
spielungen auf sie. Von den alten Gigantendichtungen selbst aber ist fast
nichts erhalten.

Der Verlust ist leichter zu verschmerzen als mancher andere. Schon
früh empfand man gewiss, was diesen Dichtungen, verglichen mit den
Homerischen Gesängen, fehlte. Thun und Leiden der Menschen hat mehr
Anspruch auf unsere Teilnahme als der Götter Treiben, und der Olympier
Macht zeigt sich eindringlicher und grösser in ihrem Eingreifen in die
Geschicke der Sterblichen als in dem fabelhaften Kampfe gegen die Unholde
der Vorzeit. Eifert nicht in diesem Sinne Xenophanes gegen die Giganten-
gesänge ?

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fl'süiv os irpOjj.YjS'StTjV alev e^ecv äyo.ö'öv.

Freilich der Philosoph war auch mit Homer nicht zufrieden — aber
doch nur deshalb nicht, weil auch Homer noch zu viel von den Göttern
gefabelt und unehrerbietig von ihnen Avie von sündigen Menschen ge-
sprochen hat.

Als dann die grossen Tragiker ganz anders noch als ihr Lehrmeister
Homer die Tiefen des menschlichen Gemüts erschlossen und in ihm den
unversieglichen Quell wahrer Dichtung kennen gelehrt hatten, da machte
man sich über das plumpe Gepolter der Gigantenschlachten in Parodien
 
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