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Kekulé von Stradonitz, Reinhard [Honoree]
Bonner Studien: Aufsätze aus der Altertumswissenschaft, Reinhard Kekulé zur Erinnerung an seine Lehrthätigkeit in Bonn gewidmet von seinen Schülern — Berlin, 1890

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https://doi.org/10.11588/diglit.15956#0176
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Assteas.

Von

Hermann Winnefeld.

Als Hauptsitz und Ausgangspunkt der sog. apulisclien Vasenmalerei
gilt jetzt wohl allgemein Tarent. Es ist eine scheinbar naheliegende An-
nahme, dass die Vasenfabrikation in Campanien und Lucanien in gleicher
Weise von Cumä und Pästum beherrscht worden sei, und diese Auffassung
findet sich denn auch in den beiden jüngsten zusammenfassenden Darstel-
lungen der Geschichte der Vasenmalerei mehr oder minder bestimmt vor-
getragen v). Den Versuch eines genaueren Nachweises dieses Verhältnisses
hat jedoch meines Wissens niemand gemacht, und der Analogieschluss ist
als solcher so unzutreffend wie möglich. Tarent war im vierten Jahrhundert
der politische wie kommerzielle Vorort des ganzen weiten Hinterlandes, das
seit alten Zeiten ununterbrochen von hier aus die immer tiefer und tiefer
eingreifende Wirkung der griechischen Kultur erfahren hatte; Cumä und
Pästum waren in dieser Zeit politisch machtlose, von den Italikern unter-
worfene Handelsstädte, deren Einfluss auf das Hinterland jäh unterbrochen
worden war und in der alten Weise nie wieder aufleben konnte.

Immerhin mag man zweifeln, ob die in der That ja auffallende Gleich-
artigkeit der lokalen Vasen in der Raccolta Cumana und aus S. Asrata
dei Goti — um nur zwei Hauptpunkte zu nennen — nicht doch aus einem
Nachwirken des Cumaner Einflusses zu erklären sei; für die Annahme eines
entsprechenden Verhältnisses zwischen Pästum und den Vasen der haupt-
sächlichsten Fundorte der Basilicata fehlt aber auch der eerinsi'ste Anhalt
in dem uns zu Gebote stehenden monumentalen Material und die Zulässig-
keit eines Analogieschlusses von Cumä auf Pästum muss noch entschiedener

') Rayet-Collignon, histoire de la ceramique grecque p. 309. 311; v. Kohden in
Baumeisters Denkmälern des klass. Altertums III S. 2004.
 
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