Zum Nordfries des Parthenon.
Von
Erich Pernice.
Die bei Michaelis, Parthenon Taf. 13 XLI abgebildete, in London be-
findliche Platte des Nordfrieses der Parthenoncella enthält die Darstellung
von vier reitenden Jünglingen, deren vorderster zur Hälfte noch der vor-
hergehenden Platte angehört, während die übrigen drei nur ganz unbe-
deutend auf die Nebenplatten übergreifen. Der mittelste Reiter des von
Fig. 126, 127, 129 gebildeten Gliedes, welcher sein zögerndes Pferd durch
Reissen am Zaume anzutreiben sucht, ist mit hohen Stiefeln und wie sein
rechter Nebenmann mit einem gegürteten Untergewande bekleidet, über
welchem ein kurzer Mantel befestigt ist; in der rechten Hand hält er eine
kurze Peitsche. Ihm zur Linken trabt ein auf der Platte vollständig sichtbarer
Reiter, welcher sich nach seinem Hintermanne umwendet, während er die
rechte Hand begütigend auf den Hals seines unruhigen Pferdes legt. Ueber
den Nacken hängt ihm der Petasos mit breitem Rande herab und sein
Oberkörper ist mit einem Mantel bedeckt. Der dritte Reiter endlich wird
von den beiden andern fast ganz verdeckt; sein Kopf nebst einem Teile
der Chlamys füllt den Raum zwischen dem vorgenannten Jüngling und seines
Pferdes Kopf, von dem Pferde erblickt man nur Teile des Kopfes und der
Hinterbeine.
Der Mantel des zuerst beschriebenen Jünglings zeigt verschiedene Un-
regelmässigkeiten. Zunächst die Art, wie er geknüpft ist. Während man
bei den andern Reitern, welche dieselbe Tracht haben, genau zu erkennen
vermag, wie und wo der Mantel zusammengehalten wird, gehen hier die
Enden desselben unklar ineinander Uber. Vergleicht man beispielsweise an
demselben Nordfries die Figuren 120, 125, 126, 131, so fällt der Unter-
schied ohne weiteres in die Augen; bei ihnen geht die Chlamys von der
Stelle, wo die beiden Zipfel geheftet sind, sofort scharf und deutlich nach
Von
Erich Pernice.
Die bei Michaelis, Parthenon Taf. 13 XLI abgebildete, in London be-
findliche Platte des Nordfrieses der Parthenoncella enthält die Darstellung
von vier reitenden Jünglingen, deren vorderster zur Hälfte noch der vor-
hergehenden Platte angehört, während die übrigen drei nur ganz unbe-
deutend auf die Nebenplatten übergreifen. Der mittelste Reiter des von
Fig. 126, 127, 129 gebildeten Gliedes, welcher sein zögerndes Pferd durch
Reissen am Zaume anzutreiben sucht, ist mit hohen Stiefeln und wie sein
rechter Nebenmann mit einem gegürteten Untergewande bekleidet, über
welchem ein kurzer Mantel befestigt ist; in der rechten Hand hält er eine
kurze Peitsche. Ihm zur Linken trabt ein auf der Platte vollständig sichtbarer
Reiter, welcher sich nach seinem Hintermanne umwendet, während er die
rechte Hand begütigend auf den Hals seines unruhigen Pferdes legt. Ueber
den Nacken hängt ihm der Petasos mit breitem Rande herab und sein
Oberkörper ist mit einem Mantel bedeckt. Der dritte Reiter endlich wird
von den beiden andern fast ganz verdeckt; sein Kopf nebst einem Teile
der Chlamys füllt den Raum zwischen dem vorgenannten Jüngling und seines
Pferdes Kopf, von dem Pferde erblickt man nur Teile des Kopfes und der
Hinterbeine.
Der Mantel des zuerst beschriebenen Jünglings zeigt verschiedene Un-
regelmässigkeiten. Zunächst die Art, wie er geknüpft ist. Während man
bei den andern Reitern, welche dieselbe Tracht haben, genau zu erkennen
vermag, wie und wo der Mantel zusammengehalten wird, gehen hier die
Enden desselben unklar ineinander Uber. Vergleicht man beispielsweise an
demselben Nordfries die Figuren 120, 125, 126, 131, so fällt der Unter-
schied ohne weiteres in die Augen; bei ihnen geht die Chlamys von der
Stelle, wo die beiden Zipfel geheftet sind, sofort scharf und deutlich nach



