Die Kunst für alle: Malerei, Plastik, Graphik, Architektur — 4.1888-1889

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Personal- und Ateliernachiichlcu


Entwurf;um Grimm-Denkmsl für Hanau, von Max wiese. (Siehe S. u. ff.)

Mit dem ersten Preise gekrönt
Nach einer Photographie von H. Lu er in Hanau

— Der Frankfurter Magistrat beabsichtigt behufs Wieder-
herstellung und künstlerischer Ausgestaltung der Dreigiebel-
Fassade des Römers in Frankfurt a. M. ein Ausschreiben
zu erlassen, da sich die Kommission über die Stilrichtung und
Formengebung der Fassadengestaltung nicht zu einigen vermochte.
Die Kosten der Durchführung des Ausschreibens werden auf
24,000 Mk. geschätzt, von welcher Summe 20,000 Mk. auf die
eintzureichenden Entwürfe und 4000 Mk. auf Honorar für die
Begutachtungs-Kommission entfallen. Zu der Konkurrenz sollen die
ArchitektenLinnemann, Meckel, Neher und G. Th. Schmidt,
sämtlich in Frankfurt a. M., Seidl in München, Wiethase
in Köln, dann der Maler Martin in Kidderich und Professor
Schäfer in Berlin aufgefordert werden. Zur Begutachtung sind
ausgesordert worden Geheimrat von Egle in Stuttgart, Hase
in Hannover und Direktor Essen wein in Nürnberg.

— München. Im Atelier Ed. Grützners ist wiederum
ein größeres Ölbild vollendet, das den Titel „Willkommenes
Geschenk" erhalten soll. Der Künstler führt uns in eine Klostcr-
küche und schildert den Moment, als der benachbarte Gutsherr
einen soeben geschossenen Frischling dem Pater Küchenmeister zu
Füßen gelegt hat. Mit großem Interesse wird das willkommene
Geschenk vom Küchenmeister und zwei dienenden Brüdern be-
trachtet und dieses Interesse ist allerdings begreiflich, denn der
auf dem Küchentisch liegende Stockfisch deutet die Fastenzeit an.
Nun ist sie zu Ende, und der Frischling soll den ersten Braten
abgeben! Das Bild ist wie alle Werke E. Grützners mit großer
Liebe bis ins geringste Detail dnrchgeführt, die Farbe durchaus
nnmanieriert und das zwiefache Eindringen des Lichts von be-
sonderen! Reiz.

— Berlin. Dem deutschen Kaiser ist zu seinem Geburts-
tage ein „Künstleralbum" überreicht worden, an dem sich nur
jüngere Maler, Röchling, Prell, Rich. Scholz, Jsmael
Gentz, Hans Hermann, Kuhnert, sämtlich Schüler der
Berliner Akademie mit Originalbeiträgen meist Aquarellen be-
teiligt haben.

— Berlin. Für die Verwaltung der Kunstschätze in
den königlichen Schlössern ist in der Person des vr. Paul Seidl
ein eigener Kustos angestellt worden. Demselben liegt zunächst
die Überwachung der umfangreichen Restaurierungsarbeiten ob,
dann aber die wissenschaftliche Katalogisierung; auch soll er bei
Neuerwerbungen zu Rate gezogen werden.

— Düsseldorf. Ein neues Gemälde von Emil HUnten
ist bei Eduard Schulte ausgestellt. Der Titel desselben lautet:
„Das letzte Friedensquartier des Großherzogs von Hessen tm
Heylschen Schlößchen zu Worms".

Entwurf sum Grimm-Drnkmal in Hsnsu. von S. Lberle
(Siehe S. z-zs u. ff.)
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