Die Kunst für alle: Malerei, Plastik, Graphik, Architektur — 16.1900-1901

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DER FRANZÖSISCHEN KUNST <ös^

honore da u.mi er (1808—1879) das drama

Nicht sowohl in der bestimmten Zeichnung statt der biederen Landleute, die Rousseau

und etwas ängstlichen Durchführung als der liebt, bevölkert er seine Waldblössen .mit

ungemeinen Wahrheit des Tones verriet sich einer leichtfertigen sinnlichen Gesellschaft, die

der Einfluss Constables. Unter den Zeich- er aus den koketten Bildern des achtzehnten

nungen überwogen die Baumstudien, bei Jahrhunderts holt und mit Delacroix'scher

denen die tüpflige Behandlung seiner Oel- Koloristik umkleidet. Die Ausstellung bot gute

bilder durch einen eigentümlich gehackten Beispiele seiner Kunst (s. S. 31), ohne ihn

Federstrich ersetzt wurde. von einer neuen Seite oder auch nur in den

Mit der einen Hälfte seines Wesens, als bekannten besonders hervorragend zu zeigen.

Landschafter, wächst Diaz aus der ernsten Auf Diaz folgt Monticelli. Der Rousseau'sche

Kunst Rousseau's heraus. In manchen Bildern Kern hat sich bei ihm zu kulissenhaft äusser-

kommt er ihm sehr nahe, vor allem in den lichem Effekt verflüchtigt und selbst die

charakteristischenLichtungenausdemWaldvon wirklich nicht solide Körperlichkeit Diaz'scher

Fontainebleau, obgleich er nie dessen feste Figuren zerfliesst in seiner Hand zu wesenlosen

Struktur des Landschaftsbildes erreicht. Aber Schemen (s. die a S. 30 abgebildete Land-

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