Die Kunst für alle: Malerei, Plastik, Graphik, Architektur — 16.1900-1901

Page: 199
Citation link: 
https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/kfa1900_1901/0211
License: Free access  - all rights reserved Use / Order

0.5
1 cm
facsimile
^> VON AUSSTELLUNGEN UND SAMMLUNGEN Cöa^

Meuniers. Damit wären die bemerkenswertesten
Erscheinungen des diesjährigen belgischen Landes-
salons aufgezählt. — Der vierzigste Salon der Ge-
sellschaft der Belgischen Aquarellisten wurde am
15. Dezember im Brüsseler Museum eröffnet. Von
deutschen Künstlern nahmen an ihm teil: Dettmann,
Skarbina, Herrmann und Hans von Bartels (München).
Frankreich vertreten: Madeleine Lemaire und Gaston
La Touche; Holland: Van der Waay, Paul Rinck,
Gerke, Henkes und Huiter; Oesterreich entsendet
die Gräfin von Münch-Bellinghausen aus Triest;
England: Bartlett, Jungman und Clara Montalba.
Aus Italien kam nur Coleman. l862)

= MÜNCHEN. Die in der letzten Tagung des
Landtags angeschnittene Frage der Errichtung eines
Gipsmuseums für die christlichen Epochen wurde
unlängst in einer vom Kultusminister berufenen
Kommission von Künstlern, Kunsthistorikern und
Technikern weiter behandelt. In Uebereinstimmung
mit der Absicht der Staatsregierung sprach sich die
Kommission dahin aus, dass das alte National-Museum
an der Maximilianstrasse für die Aufnahme der
Sammlung eingerichtet werde. Da aber dieses
Gebäude — abgesehen vorerst von den für die
ständige Ausstellung der Münchener Künstler-Ge-
nossenschaft bestimmten Räumen — in seinem
vollen Umfange für den genannten Zweck benötigt
werden dürfte, so wird die antike Abteilung, deren
räumliche Vereinigung mit der neuen Sammlung
vom Landtage gefordert wurde, in einem eigenen
Anbau an der Museums- und Hildegardstrasse ihren
Platz finden müssen. Auch über den Umfang und
die Aufstellung der neuen Sammlung und die dafür
einzuleitenden Vorarbeiten wurden eingehende Be-
ratungen gepflogen. (8751

ö KARLSRUHE. Neubau des Badischen Kunst-
vereins. Die badische Residenz hat durch die am
10. November vollzogene Eröffnung des neuen Kunst-
vereinshauses für ihre künstlerischen Bestrebungen
ein Heim erhalten, wie es glänzender und idealer
kaum gedacht werden kann, dank der Liberalität
des kunstsinnigen Landesfürsten, der dasselbe in
bekannter hochherziger Gesinnung dem Badischen
Kunstvereine, dem ältesten in ganz Deutschland,
widmete. Entworfen von dem Professor an der
technischen Hochschule und Mitglied des Grossh.
Hofbauamtes, Friedrich Ratzel, einem der be-
gabtesten jüngeren hiesigen Architekten, erhebt
sich der, in den Formen eines aufs glücklichste
modernisierten Barocks reich skulptierte, mit Ver-
goldung und Polychromie dekorierte Neubau in der
Nähe der Grossh. Kunsthalle. Das ebenso ge-
schmackvoll dekorierte wie arrangierte Innere, in
modernen Stilformen gehalten, fasst einen grossen,
trefflich belichteten Hauptsaal, zwei stimmungsvolle
Kabinette mit Seitenlicht, einen kleineren Oberlicht-
saal und einen grösseren, an der prächtigen Facade
gelegenen Saal mit Seitenlicht, der für das, bisher
leider etwas zurückgesetzte Kunstgewerbe be-
stimmt ist. Das Ganze bildet in seiner ebenso
harmonischen wie praktischen Durchbildung eine
hervorragende Sehenswürdigkeit unserer aufstreben-
den Kunststadt und dürfte für andere Städte, die
der modernen Kunst ein ihrer würdiges Heim
schaffen wollen, geradezu vorbildlich genannt
werden. P8']

= KOPENHAGEN. Die der Stadt vom bekannten
Kunstmäcen Jacobsen gestiftete Glyptothek ist durch
ihren Begründer neuerdings um eine wertvolle
Sammlung von Werken des französischen Bild-
hauers Aug. Rodln bereichert worden. t880!

tt HALLE a. S. Das Städtische Museum erwarb
kürzlich das bis dahin für verschollen geltende Por-

trät des Naturforschers und Weltumseglers Joh.
Reinh. Forster von Anton Graff. Das Bild ist in
Lebensgrösse und entspricht genau dem bekannten
Stich von J. F. Bause. Da der Dargestellte von
1780—95 eine Professur an der Halleschen Universität
bekleidete, so hat das Bild hier auch ein lokal-
geschichtliches Interesse. I865!

W ILHELM LEIBL dd.

PERSONAL- UND

ATELIER-NACHRICHTEN

= MÜNCHEN. Franz von Lenbach malt ein
Porträt des neuen Reichskanzlers. Graf Bülow fand
sich bei Gelegenheit seines Besuches am bayerischen
Hofe auch zweimal zu einer Sitzung im Atelier
des Künstlers ein. [g83J

= WARSCHAU. Zwischen den Historienmalern
Adalbert von Kossak und dem Direktor der
Krakauer Kunstakademie, Maler Julian Falat,
fand ein Pistolenduell statt, wobei der letztgenannte
verwundet wurde. Anlass zum Duell bot ein Streit
zwischen beiden Malern bei Eröffnung der Aus-
stellung, mit welcher das neue hiesige Kunstvereins-
gebäude eingeweiht wurde. i88']

= KRAKAU. Die bisherige Kunstschule wurde
zu einer ^Kunstakademie^ umgestaltet und als solche
am 5. Dezember eröffnet. Is,1!ll

= BASEL. Der Professor der Kunstgeschichte
an derhiesigen Universität, Dr. Heinrich Wölfflin,

199
loading ...