Die Kunst für alle: Malerei, Plastik, Graphik, Architektur — 16.1900-1901

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-jt4Ö> PERSONAL- UND ATELIER-NACHRICHTEN -CSe^

MÜNCHEN. Aus Anlass des achtzigsten Geburts- DREMEN. Der Grosskaufmann Franz Schütte hat

festes wurden von Sr. Kgl. Hoheit dem Prinz- seiner Vaterstadt ein neues, grossartiges Geschenk

Regenten u. a. auch nachstehende Auszeichnungen künstlerischer Art durch die Erwerbung eines Werkes

an hiesige Künstler verliehen: Das Komthurkreuz Louis Tuaillons gemacht. Die anderthalbmal

des Verdienstordens der Bayer. Krone dem Direktor lebensgrosse, in Bronze auszuführende Gruppe (ein

der Akademie der bildenden Künste Ferdinand von Jüngling, der ein Ross führt) ist für einen Platz

Miller; der Verdienstorden vom hl. Michael2. Klasse der östlichen Vorstadt bestimmt,
den K. Akademie-Professoren Maler Franz von

Defregger und Bildhauer Wilhelm v. ROmann ; DASEL. Auf die durch den Fortgang Prof. Dr.
das Ritterkreuz des Verdienstordens der Bayer. Wölfflins sich erledigende Professur für Kunst-
Krone dem K. Professor und Architekten Georg geschichte an der hiesigen Hochschule wurde der
Hauberisser (nunmehr von Hauberisser); den Privatdozent an der Berliner Universität und Assistent
Verdienstorden vom hl. Michael 3. Klasse dem an der dortigen National-Galerie Dr. Heinrich
K. Professor, Konservator und Restaurator bei dem Alfred Schmid berufen.
K. Zentral-Gemälde-Direktorium in München Alois

Hauser; denselben Orden 4. Klasse dem K. Prof. pvÜSSELDORF. Professor Olof Jernberg hat
Bildhauer Rud. Maison und dem Erzgiesser Ludw. (als Nachfolger des verstorbenen Prof. Max
von Miller; die Ludwigsmedaille, Abteilung für Schmidt) einen Ruf als
Wissenschaft und Kunst dem ausserordentlichen ^^^^^^ Lehrer für Landschafts-
Professor der technischen Hochschule, Architekten ^^fl maierei an der Kgl.
Paul Pfann und dem Bildhauer Alois Mayer ; den /■■' Kunst-Akademie in
Titel eines K. Professors den Malern Karl Haider, ^ Königsberg in Pr. er-
Frank Kirchbach, Adolf Eberle und Josef Wr^ '4 m halten und angenom-
Schmitzberger.— Aus dem gleichen Anlass über- Mj B men. Die Düsseldorfer
,vies der Prinz-Regent 20000 M. dem Verein zur Er- ie5& fEum ' Künstlerschaft verliert
richtung eines Denkmals für König Ludwig II. Die VB in dem im Jahre 1855

Akademie der bildenden Künste beging den Ehrentag hierselbst geborenen
des Landesfürsten, gleich den übrigen staatlichen und H und auf der hiesigen
städtischen Körperschaften, durch einen Festakt, der 1&l^MB V Akademie ausgebilde-
am 11. März stattfand und in der Uebergabe einer V ten Meister einen ihrer
der Hochschule vom Professoren-Kollegium gestif- tISBH ausgezeichnetsten Ver-
teten, von Professor W. von ROmann geschaffenen treter auf dem Gebiete
Büste des Regenten gipfelte. — Für ein dem Prinz- der Landschaftsmalerei.
Regenten bestimmtes Denkmal, dessen Errichtung * — In dem vom Kunst-
aber nach dessen eigenem Wunsche einer späteren verein für die Rhein-
Zeit vorbehalten bleiben soll, wurde am 12. März olof jernberg lande und Westfalen er-
auf der Terrassen-Anlage vor dem neuen National - öffneten Wettbewerb um
Museum der Grundstein gelegt. — Der bisherige die Ausschmückung des
Künstlerhaus-Verein hat in der Generalversammlung Giebelfeldes über dem Hauptportal des grossen im
vom 8. März seine Auflösung beschlossen und zu Bau befindlichen Ausstellungsgebäudes ist die Ent-
Liquidatoren Professor Gabriel Seidl und Maler Scheidung des Preisgerichts erfolgt. Von den
Karl Albert Baur bestellt. Ein sofort neu ge- siebzehn eingelieferten Konkurrenz-Entwürfen wurde
gründeter Verein gleichen Namens wird nunmehr derjenige des Bildhauers Carl Heinz Müller
das Künstlerhaus gemäss den im vorigen Heft »Prometheus mit dem lohen Lichtfunken die Kunst
bereits mitgeteilten Beschlüssen der Generalver- begeisternd und Gewerbe und Handwerk befruchtend-,
Sammlung der Künstler-Genossenschaft, zunächst zur Ausführung bestimmt. Der Geldpreis von 1000 M.
mietsweise, übernehmen. Den Vorsitz im neuen wurde dem aus Düsseldorf gebürtigen, gegenwärtig in
Vereine führt wiederum Franz von Lenbach. Köln schaffenden Bildhauer Franz Dorrenbach

und den von 500 M. Josef Hammerschmidt zu-

ERL1N. Die Ausschmückungskommission für den erkannt. tz.

Reichstagsbau hat zwei Münchener Künstler mit

B

neuerlichen Aufträgen bedacht: Raffael Schuster- CRANKFURT a. M. Am 11. März feierte der Maler
Woldan wird den Bundesratssaal mit einem Decken- * Leopold Bode seinen siebzigsten Geburtstag. Er
gemälde schmücken, Prof. Wilhelm von ROmann ist ein Stück vom >alten Frankfurt -und neben unserem
Marmor-Hermenbüsten Bismarcks und Moltkes Peter Becker der letzte mittelbare Abkömmling jener
schaffen, die in den Vorsälen des Bundesrats und »neudeutschen- romantischen Schule, die in der
des Präsidiums zur Aufstellung kommen sollen. — ersten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts neben
Zu Mitgliedern der Kgl. Akademie der Künste wurden Rom ihren Hauptsitz in Frankfurt gehabt hat. Un-
neuerdings u. a. gewählt: Prof. Albert Hertel, mittelbar ist Bode ein Schüler von Steinle gewesen,
Prof. Arthur Kampf und der in Paris lebende und man darf wohl sagen, dass keiner von den Nach-
Amerikaner Gari Melchers. — Professor Eugen folgern dieses Künstlers sich so eng wie Bode an
Bracht ist an Stelle des verstorbenen Professor ihn angeschlossen hat. Wie nahe er in seinen
Karl Becker als Mitglied des Senats der Akademie besten Jahren dem Meister gekommen ist, in seinem
bis Ende September 1903 berufen worden. — Schönheitssinn wie in seiner Richtung auf die ein-
Der Architekt Professor Karl Hoffacker wurde fache grosse Form, den Stil ohne Pose, zeigen u. a.
zum Direktor der Kunstgewerbeschule in Zürich seine Bilder in der Schack-Galerie, die »Mutter mit
ernannt. dem Kinde«, die ■>Alpenbraut«, und die »Pipin-

Sage , Werke, die voll Haltung und Empfindung
TARESDEN. Der Architekt Fritz Schumacher sind. Dem Sagenkreise, der sich um Pipin und Karl
in Leipzig (unseren Lesern auch als Mitarbeiter den Grossen gewoben hat. gehört auch ein grösserer
d. Zeitschr. bekannt! wurde als ausserordentlicher Cyklus von Wandbildern an, den Bode auf der Be-
Professor der Hochbauabteilung an die hiesige Sitzung des Barons von Erlanger in Ober-Ingelheim
Technische Hochschule berufen. ausgeführt hat und der als sein Hauptwerk angesehen

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