Die Kunst für alle: Malerei, Plastik, Graphik, Architektur — 16.1900-1901

Seite: 425
DOI Seite: Zitierlink: 
https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/kfa1900_1901/0447
Lizenz: Freier Zugang - alle Rechte vorbehalten Nutzung / Bestellung
0.5
1 cm
facsimile
j. \v h i t e l a w hamilton

WALDLANDSCHAFT

DIE VIERTE INTERNATIONALE

KUNST-AUSSTELLUNG IN VENEDIG

Von Dr. Karl Voll

Am 27. April wurde die vierte internatio-
nale Kunst-Ausstellung in Venedig auf die
gewohnte feierliche Weise in den prächtigen
Giardini publici am Meeresstrand eröffnet.
Wie ihre Vorgängerinnen ist sie äusserst
schmuck zusammengestellt und auch heuer
wieder ist es ein Vergnügen, in ihren Räumen,
deren Lage ja einzig schön ist, zu weilen,
fast möchte ich sagen zu lustwandeln.

Die Ausstellung ist, wie die früheren, mit sehr
guter Methode angelegt, vielleicht sogar mit
zu guter Methode. Während sonst nur die
Werke der einzelnen Länder Europas ge-
schlossen vorgeführt wurden, hat man dies-
mal sogar die einzelnen Provinzen Italiens
gesondert auftreten lassen. Das mag sehr
übersichtlich sein, aber das Resultat ist wenig

(Nachdruck verboten)

erfreulich; denn neben den venetianischen
und neapolitanischen Gauen halten sich die
übrigen nicht besonders gut, und wenn die
Anordnung des Ganzen nicht geradezu raffi-
niert geschickt wäre, so würde der Eindruck
der Ausstellung durch die Säle der noch nicht
wieder zu reifer Kunstthätigkeit erstarkten
Provinzen vielleicht geschädigt worden sein.
Wie nun dem auch sei: man muss es doch
anerkennen, dass die Jury die Verhältnisse
der italienischen Kunstproduktion so klar be-
leuchtet hat.

Nach dem bewährten Prinzip der Venetia-
ner Ausstellungen, das ganze Lebenswerkeines
italienischen Künstlers vom neunzehnten Jahr-
hundert zu bringen, hat man diesmal einen
ganzen Saal dem Landschaftsmaler Antonio

Die Kunst für Alle XVI.

425

54
loading ...