Die Kunst für alle: Malerei, Plastik, Graphik, Architektur — 16.1900-1901

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-b-S£D- GROSSE BERLINER KUNSTAUSSTELLUNG <Öä-«-

JACOB MARIS DORDRECHT

Ausstellung der Berliner Secession

Hans Hartig als ein neues beachtenswertes Busse, Franz Hoch, Bildnisse von Walther
Talent erscheint. Selbst Hans Herrmann, Thor und Tierbilder von Hegenbarth und
der sonst immer angenehm auffällt, befriedigt Strebel, die hier bestimmend wirken. Die
dieses Mal arg nicht, und Eugen Bracht, Münchener Künstlergenossenschaft hat sich
dessen vorjährige Sonderausstellung soviel ebenfalls mehr angestrengt als in früheren
Anerkennung fand, hat mit seinen drei Jahren. Von den Karlsruhern sind Ferd.
Bildern, „Der deutsche Wald" leider einen Keller und Otto Propheter mit mehreren
Rückschritt zum äusserlich Dekorativen ge- Arbeiten vertreten, die für sie charakteristisch
than. Die Düsseldorfer geben sich in ge- sind. Als Sensationsbild im Sinne des grossen
wohnter Weise, aber doch erfolgreicher als Publikums ist übrigens ein Bild des Ham-
sonst. Mit guten Leistungen treten bei ihnen burger Alfred Mohrbutter zu verzeichnen.
Heinrich Otto, der recht aparte Lithographien Es stellt in einem dämmrigen Raum eine dem
sehen lässt, Max Clarenbach mit einem Beschauer den Rücken zukehrende nackte
„Abend in den Dünen", Fritz von Wille, Cellospielerin vor, deren Spiel ein an einem
der leider auch eine misslungene „Hohkönigs- Flügel lehnender Herr gedankenverloren
bürg" ausstellt, Heinrich Hermanns, Eugen lauscht. Das „Musik" betitelte Bild gehört,
Kampf, Erich Nikutowski und Schneider- trotz seines auffälligen Motivs, zu den besten
Didam in beachtenswerter Weise hervor. Auch der Ausstellung und würde in einem anderen
dieMünchenerLuitpold-Gruppeprofitiertdurch Milieu ohne Frage vorteilhafter wirken als
die Ungeschicklichkeit der Berliner. Ihr gut hier. Ein Saal voll Bilder ungarischer Künst-
gehängter Saal macht, obgleich auch er keine 1er lässt recht gleichgültig. Man sieht nur
bezwingenden Werke enthält, einen sehr an- in Münchener oder Pariser Ateliers Gelerntes
ständigen Eindruck. Man möchte behaupten, wiederholen. Kein starkes Temperament unter
diese Münchener Künstlervereinigung sei noch all diesen Malern. Auch der in Berlin lebende
nie besser hier vertreten gewesen. Haupt- Karl Ziegler, der als Siebenbürger Sachse
sächlich sind es vortreffliche Landschaften hier unter seinen Landsleuten erscheint und
von Ubbelohde, Küstner, Egersdörfer, H. der einst zu schönen Hoffnungen berechtigte,

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