Die Kunst für alle: Malerei, Plastik, Graphik, Architektur — 25.1909-1910

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VON AUSSTELLUNGEN

Anregung, also volle künstlerische Befriedigung ge- korationen fürLeichenfeiernoderdergleichenerinnert.

währen die in ungemein zart rieselnden Linien hin- Daß ein Künstler nur ein kleines Instrument mit

gestrichelten Studien von Minne und die nachdenk- wenigen Tönen spielt, findet man ja häufig; daß

liehen Blätter von Toorop, der immer herber sich jemand seine Einseitigkeit mit einer solchen Ab-

nach innen kehrt. karl m. kuzmany sichtlichkeit hervorhebt, habe ich selten erlebt. Ja

wenn er noch ein Paganini auf der G-Saite wäre!

Allein sein Norwegen ist zwar anders, düsterer als

VON AUSSTELLUNGEN dasjenige, das uns Eckenbrecher zeigt, aber kaum

weniger konventionell. Am besten wirken einige
DERLIN. Die kleine Gedächtnisausstellung für etwas an Thaulow gemahnende Schneebilder. Lieber
0 Willy Hamacher, die Schulte veranstaltet hat, ist mir die in der andern Hälfte dieses Saales aus-
fügt zwar keinen wesentlichen neuen Zugzu dem Bilde gestellte Kollektion des Dresdners Siegfried Ma-
des so früh Dahingeschiedenen hinzu, aber die elf ckowsky. Er nennt sich zwar Schüler von Bantzer
Werke, unter denen sich einige seiner umfangreich- und Bracht, verrät aber in seinen kräftigen Ansichten
sten Schöpfungen befinden, sind gut ausgewählt von Dresdner Bauten und seinen Kircheninterieurs
und vermitteln so einen fesselnden Eindruck von mehr noch den Einfluß von Gotthard Kuehl. Eben-
seinem Schaffen. Sie zeigen sein Talent, die stürm- falls nicht sehr eigenartig, aber gesund und schlicht
gepeitschte See und den zerrissenen Himmel zu sind auch seine Dorfstraßen und Hochgebirgsland
dekorativen Werken zusammenzufassen, die in Farbe schaffen. In einem der kleinen Räume sind die
und Linie der Großartigkeit nicht entbehren, ein Wände mit neapolitanischen Pastellen des Italieners
Boot mit geblähten Segeln wirkungsvoll in die Was- Casciaro tapeziert, denen man Anmut und Ge-
serfläche hineinzukomponieren, eine italienische schicklichkeit nicht abstreiten kann. Ich glaube aber,
Felsenlandschaft packend, wenn auch ein wenig daß die Zeit vorüber ist, wo derartige Sächelchen
theatralisch aufzubauen. Eine Marine von 1889 ent- wie frische Semmeln weggingen. Unter den übrigen
hüllt seine Herkunft von Gude und Dücker, eine Werken — Schulte kann ja jetzt beinahe soviel aus-
wohl nicht viel spätere Landschaft mit Pinien erinnert stellen wie die Berliner Secession — fesseln weitaus
in der Wahl und Anordnung des Motivs ein wenig am meisten die der älteren Meister: köstliche Bilder

dekorativen Werken zusammenzufassen, die in Farbe schaffen. In einem der kleinen Räume sind die (<

und Linie der Großartigkeit nicht entbehren, ein Wände mit neapolitanischen Pastellen des Italieners t)

Boot mit geblähten Segeln wirkungsvoll in die Was- Casciaro tapeziert, denen man Anmut und Ge- M

serfläche hineinzukomponieren, eine italienische schicklichkeit nicht abstreiten kann. Ich glaube aber, r)

Felsenlandschaft packend, wenn auch ein wenig daß die Zeit vorüber ist, wo derartige Sächelchen >V

frische Semmeln wpppinppn. Unter den ühriapn O.

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an Oswald Achenbach. Niehl vertreten ist die letzte von Graff, Lenbach, Spitz weg, Charles Schuch,Ludwig U

Etappe des Künstlers, in der er sich einer kraft- Munthe :eine famose Heuernte in der ganzen Tonig- s)

vollen Figurenmalerei zuwandte, besonders Seeleute keit der Siebzigerjahre), Zügel, Stadler und anderen, \

im Kampf mit den Elementen darzustellen unter- Aquarelle und Zeichnungen von Menzel, Thoma und U

nahm. — Einen ganz seltsamen Eindruck machen Segantini. Walther Gensel >S

die im Nebensaal vereinigten etwa fünfundzwanzig Y/IÜNCHEN. In der Galerie Heinemann gab es (<

norwegischen Hochgebirgslandschaften des Belgiers für zwei kürzlich verstorbene Mitarbeiter des Ö

Carl Werlemann. Ueberall kehren dieselben düs- >Simplicissimus«, für Rudolf Wilke und für F. S

teren grauen, graublauen, grauvioletten Farben, die- von Reznicek, Gedächtnisausstellungen. Wilke— A

selben matten Rahmen wieder — man wird an De- Reznicek, das sind Gegenpole, die sich in nichts >\

g. bEGANTlNl schafs1all im engadin (savogn1no 1890) $

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