Die Kunst für alle: Malerei, Plastik, Graphik, Architektur — 25.1909-1910

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VON AUSSTELLUNGEN

Hengeler. — Die große individuelle Verschiedenheit ration in Frankreich, über das Zukunftsstreben der
der Schüler Lindenschmits und der Mangel jeglicher französischen Kunst wichtige Aufschlüsse gegeben.
Uniformität in ihrer Kunstanschauung und Technik Gemeinsam ist all diesen an sich sehr verschieden-
spricht beredt für Lindenschmits bedeutende Quali- artigen Individualitäten nicht nur das Negative, das
täten als Lehrer. g. j.w. Hinausgehen über den Impressionismus, sondern

gemeinsam auch das erstrebte Ziel, an Stelle jener

UDM All^TFI I IINPFN Analysis der Wirklichkeit wieder die Synthesis zu

VUIN AUoo I LLLUINÜHn setzen, die die Natureindrücke in große, einheitliche

BONN. Im Städtischen Museum zeigte die .Ver- ¥°r™n zusammenpreßt. Diese neue im Entstehen

£> einigung Bonner Künstler« ihre heurige Früh- begriffene Formkunst wirkt ganz ungesucht in hohem «

. , s. 5 „. , „,„„ „_ -f. • „ Maße dekorativ; ja man kann sich diese Werke t\

lanrsausstellung. Die lurv war gewuJ streng ins , . ._ . ' ' , n, , , ... (i

iaU,«UMLMiU.i6. j - s „i«:„w„ui kaum losgelost von den Räumen denken, die sie zu vi

Zeug gegangen, aber der Eindruck war gleichwohl . .. . 6 . . . . , „. . . ' ,, . k\

• u? t. u -j uar„,,c„»hnK=n c;m schmucken bestimmt sind. G eich wundervoll ab- i)

ein recht bescheidener. Herausgehoben seien B ld- ... . ~ . ,. . , ,. ., , (j

d „ r r~r% i r-r>r-r» ,,„a ä i ij^c ma,.cd d„ getonten alten Gobelins wirken die Malereien von

nisse von Becker-Leber und Alice Müller, Ka- „,c„ j i . . . . . >\

j. t.cv^ , __«,c„„„,„«. „;.....i.-,k„„i,. d Espagnat und Lebasque. Auch die heroischen O.

dierungenvonHENRiETTEbCHMiDT,einpaarhubsche .__,__■ ,.__~.______„ v , ,. ... ,. c ...

Rhein und Mosellandschaften von C. Th. Asen, Landschaften Camoins und die schlichten Schil-

Marie Kunz, C. Nonn und MCller-Werlau, so! *«™»f™ «» behren nicht jenes deko-

i i Ark=;f=„ A,.n=, rativen Zuges. manguin, dessen Sti eben ein-

wie einige saubere kunstgewerbliche Arbeiten Außer drucksvo„e Kompositionen dekorativ-schöner Farben

und über all diesen etwas an Dilettantenkunst er- „.__, r_„__.,„ j„„ c. ■r.u. j\ Zr-

innernden Bemühungen wären einige architekto- sind,Jourda.n, der das Stoffliche der Dinge me.ster-

nische Entwürfe zu nennen und die "vortrefflichen, ftl^SSSäÄJEÄ enck, der in
. . . ,. . „ , ... , ... „ c' breiter, wuchtiger lechnik se ne Bilder aufbaut, ge-
sicher sehr >ahn ichen- Portratplastiken von Prof. i,«„_ „i=;„t,r.,iW ,,, r , . r
A ktppfrs hören gleichfalls zu dieser Gruppe. Am tempera-
mentvollsten und farbig vielleichtam interessantesten

RANKFURT a. M. Der Kunstsalon Schames hat wirkt Othon Friesz, der in jedem Bilde als ein
uns eine Ausstellung gebracht, die man wohl als anderer erscheint, in jedem sich seine Technik aus

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das bedeutendste Ereignis auf dem Gebiete des Frank- c-m Gegenstand heraus entwickelt. — Neben einem
furter Kunstlebens in diesem Frühjahr ansprechen Herbstsalon, der »Jahresausstellung der Frankfurter
darf: er hat in einer größeren Anzahl von Arbeiten Künstler«, hat Frankfurt nunmehr auch einen Früh-
jüngerer Pariser Künstler aus dem Kreise der Inde- jahrssalon bekommen. Der Frankfurt-Cronberger
pendants uns über das Streben der jüngeren Gene- Künstlerbund hat sich mit einer Reihe anderer

LUDWIG VACATKO IM STÜRMISCHEN DRÄNGEN

Sommerausstellung der Münchner Secession

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