Die Kunst für alle: Malerei, Plastik, Graphik, Architektur — 56.1940-1941

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und vom Reiten. Die Ausstellung umfaßt sein gesamtes Wir-
ken aus einer beinahe vierzigjährigen Tätigkeit am „Simpli-
zissimus". Die Vorkriegszeit wird lebendig in seinen immer
dekorativ das Blatt durchschneidenden kurvigen Figuren aus
dem studentischen, gesellschaftlichen und politischen Leben,
dann folgen die Blätter aus dem Kriege und zuletzt die Sati-
ren auf die Nachkriegszeit. Eduard Thöny war in allen
Schichten zu Hause und zeigt sich mit Arbeiter, Bauer und
Städter vertraut, wenn er auch das Hintergründige streifend
den Alltag der Menschen zeichnet. Erstaunlich ist immer die
Frische der Linie und das instinktive Empfinden für den far-
bigen Ton. Die Beobachtung des Künstlers erweist sich aber
am fruchtbarsten in der satirischen Erfindung der Physio-
gnomien.

In der „Deutschen Gesellschaft für Christ-
liche Kunst" waren Bilder und Studien des Tirolers Toni
Knapp zu sehen, der in Karlsruhe Schüler von Thoma und
Bühler war. Neben naturhaften Landschaften malt Knapp
vor allem Passionsszenen, in denen- das Erbe der altdeut-
schen und barocken Kunst aus dem heutigen Empfinden er-
neuert wird. In der Wiederholung des Themas findet Knapp
viele eigenartige erfinderische Lösungen.

Im Kunstverein wurden drei größere Kollektionen und
von einzelnen Malern wie Otto Kübel, Marie Keller-Hermann,
Ibel, Mathilde Knauer, Hans Ketnath, Anna Schubert, Georg
Wirsing, Karl Ziegelmeier und Paul Stegmann Landschaften
und Stilleben gezeigt. Emmy Lischke ist schon 1919 gestor-
ben. In ihren größern Landschaften ging sie zuerst von Corot
und Stäbli aus, wandte sich aber in den Bildern aus der
Bretagne einer tonigen Weiß-Grau-Stimmung zu, die sie viel-
fach variierte. Im Hochgebirge lichteten sich ihre Farben zu
sonnigem Grün und Blau auf. Karl Blocherer stellte dreißig
Aquarelle aus der Toskana und vom Gardasee aus, in denen

ERNST LEITZ . WETZLAR

+ 1940/41. IX. 2

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