Das Kunstgewerbe in Elsaß-Lothringen — 2.1901-1902

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Eichenholzbekrönung aus dem
Strassburger Stadthaus, n « ->

UNSERE ILLUSTRATIONEN

Die Lichtdrucktafel dieses Heftes bringt
das Bildnis des im Strassburger Kunstleben
unvergessenen Jakob Friedrich Kirsttin (i/65-
i838i. Der Lichtdruck ist nach einem Oel-
gemälde ausgeführt, das sich in der Gemälde-
gallerie des Strassburger Kunst-Museums befin-
det. Der Bedeutung der Silberschmiede Kirstein
entsprechend — wir nennen die Namen Jean-
Frederic, Jean-Jacques, Jacques-Frederic und
Joachim-Frederic — veröffentlichen wir in
dieser Nummer eine Reihe von Werken der
beiden letztgenannten Meister, und zwar nach
den trefflichen Aufnahmen des in Strassburg
noch heute als Künstler-Photograph hochge-
schätzten Karl Winter, der uns in lieben-
wf.rdigster Weise sein inhaltreiches Kirstein-
Album zur Verfügung stellte. Die eingehende
Schilderung der Werke der Kirstein — Kirsten-
stein hiessen sie ursprünglich — durch A. Köper
überhebt uns der Aufgabe, an dieser Stelle die
einzelnen reproducierten Gegenstände einer
Besprechung zu unterziehen. Es sei nur erwähnt,
dass sich ein dem auf Seite 22 veröffentlichten,
ähnlicher silberner, teilweise vergoldeter Pfeifen-
kopf mit getriebener Jagddarstellung im Hohen-
lohemuseum in Strassburg befindet; ebenso ein
Medaillon mit Hirschdarstellung, das dem auf
Seite 24 publicierten entspricht. Andere Werke
der Kirstein hat Rene Menard in seinem W erke :
L'Art en Alsace-Lot 't'Gine (Paris 1876) ver-
öffentlicht.

Auf Seite 3i werden wir durch die Studien
Carl Jordan's auf das Gebiet der dekorativen
Malerei geführt, der ein interessantes Blatt aus
seinem Skizzenbuch mit diesen frisch und wahr
erfassten Bauerngestalten spendet.

Das in Schmiedeeisen ausgeführte Portal-
gitter (Seite 33| stammt von dem Kunstschlosser-

meister G. Bnob in Strassburg. Der eleganten
Zeichnung entspricht die verständnisvolle
Ausführung, die dem feinen Blatt- und Ranken-
werk gerecht werdende Leichtigkeit in der
Behandlung des Eisens.

Seite 35 bringt einen für einen Musiksalon
componierten Wandfries von Carl Jordan. Die
dekorative Begabung des Künstlers spricht aus
dieser stimmungsvollen allegorischen Dar-
stellung.

Seite 34, 36 und 3; enthalten ausgewählte
Arbeiten aus der keramischen Abteilung der
Strassburger Kunstgewerbeschule, die gleich
den im letzten Hefte besprochenen Friesen etc.
unter der Leitung des Bildhauers Arnold Welze!
entstanden sind.

Die auf Seite 39 dargestellten, von R. Trunk
entworfenen Zimmerthüren bringen bei ein-
facher Behandlung die struktiven Elemente
klar zum Ausdruck. Die malerische Wirkung
soll bei der Ausführung in erster Linie durch
die Gegensätze der Naturfarben im Holz, durch
die geschickte Verwertung der Struktur und
Maserung in demselben, dann aber auch durch
mässig auftretende Verzierung in Flach-
schnitzerei erreicht werden. Von den im Ge-
gensatz zu den Füllungen dunkel gehaltenen
Rahmen sollen sich die in Eisen getriebenen
Beschläge und Schlossteile wirkungsvoll, aber
nicht allzu lebhaft abheben.

Die in Eichenholz geschnitzte Bekrünung,
welche wir auf Seite 40 in einer nach dem Ori-
ginal gefertigten Federzeichnung von A. Kfd-
mann wiedergeben, stammt aus dem Strass-
burger Stadthause und befindet sich jetzt in der
Mustersammlung des Hohenlohe-Museums Die
Schlussvignette auf Seite 38 verdanken wir
Kurt Olmuth.

Für die Redakt on verantwortlich: Prof. Dr. Leitschuh in bcrassbuig
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