Kindler von Knobloch, Julius ; Badische Historische Kommission [Hrsg.]
Oberbadisches Geschlechterbuch (Band 1): A - Ha — Heidelberg, 1898

Seite: 51
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Beging, Being — von Beienburg.

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denjenigen deutschen Adelsgeschlechtern, aus denen bei der Krönung eines Kaisers auf der Tiberbrücke
in Rom einer zum Ritter geschlagen wurde.

Zuerst erscheint 1200 Albertus Begere ministerialis. Er selbst oder sein Sohn gl. N. ist der in
den Breisgauer Urkunden häufig genannte Albertus Bagarius albus oder Albrecht der Wisseberger, so
benannt wegen der Farbe seines Haares. Auch sein Sohn Burcard führte diesen Beinamen. Herr
Dietrich Hummel von Stauffenberg, R., 1266 Tochtermann des Rs. Werner B. selig. Im Rathe von
Straßburg finden wir nach der Schlacht bei Hausbergen, in welcher drei von ihnen gefallen waren,
die Beger, wie fast alle die übrigen älteren bischöflichen Ministerialengeschlechter, nicht mehr. Sie
lebten vorzugsweise auf ihren Schlössern in Geispolzheim, Dachstein, Molsheim, Westhofen etc., nach
denen sie sich benannten, kamen aber auch nach Freiburg i. Br., wo besonders Rüdiger der Peger
1284, Herr Albrecht der B. und Herr Burcard der wisse Beger zu Anfang des 14. Jahrhunderts in
Urkunden oft genannt werden. Burcard B. von Dachstein, R., et uxor Kunigund von Stauffen 1305.
Cun der Beiger, R., verkaufte 1310 seinem Herrn, dem Abte von St. Blasien, ein von seinem Vater
ererbtes Haus in Freiburg. Anna von Muellenheim, Witwe des Johann B. v. G., verkaufte 1401
ihren Antheil an «des Begers Loch» im Banne von Schutterwald.
Albrecht, R., 1422 im Bad. Mannengerichte. Jacob Beger von Bleyberg,
R., baute seit 1496 das Schloß Schwarzenberg im Münsterthale, mit
welchem der Ek. Johann B. v. G. 1401 vom Bischof von Basel belehnt
worden war, prächtig auf und f 1522. Er heirathete 1) Agnes Marx
von Eckwersheim (geschieden) und II) 1504. 11. 11. Beatrix von Baerenfels,
Witwe Adams von Landsberg, welche ihm einen Sohn Matthias B. v. G.
gebar, genannt der unsinnig Beger, der 24 Jahre alt als der Letzte seines
Geschlechts in seinem Schlosse Geispolzheim von Friedrich Bock von
Blaesheim aus Nothwehr erstochen wurde.

Wappen: Silbernblau zu vier Plätzen gespalten, darüber ein dreimal
sparrenweise gebrochener rother Balken; H.: ein silberner Brackenhals
mit rothem Ohre und Halsbande zwischen zwei schildfarbenen Fahnen
mit weißen Wimpeln an silbernen Lanzen; Hd.: rothsilbern. (Ms. Wappen-
buch des Herrn F. Reiber fol. 31.) Da das Wappen der Beger auch in
der Wappenrolle der Gesellschaft zur Katze in Konstanz vorkommt, so
ist anzunehmen, daß einer dieses Geschlechts Mitglied der Gesellschaft
gewesen sei. (Siehe Kindler v. Knobloch, das goldene Buch von Straß-
burg, pag. 25—28.)

Beging, Being. Altes rathsfähiges Geschlecht in Freiburg, wohl gleichen Stammes mit den
von Munzingen. Wernherus Being 1239 Zeuge für Kloster Günthersthal. Herr Hein-
rich Beiginc 1269 des Raths in Kenzingen. Gerhard Beging 1282, Wernher 1292,
Johannes Being 1298, 1300, Johannes und Gerhard Peiging 1343, alle des Raths in
Freiburg. Bruder Heinrich 1283 Großkeller in Thennenbach. Katharine, Witwe des
Heinrich Beging, 1348 und Gerhard 1369 vergabten dem Spital in Freiburg. Wappen:
Ein oben mit einer Rose belegter Schrägbalken.

Behaini. Berchtoldus dictus B. 1288 Bürger in Ueberlingen.
Behem. Geschlecht in Wolfach. Hammann B. et ux. Barbara von Trochtel-
fingen verkauften 1440 seinem Bruder Heinrich B. in W. Güter daselbst. Adam B.
und seine Vettern die Lemp stifteten 1460 eine Meßpfründe in W. Franz B., 1501 Kirchherr in W.,
führte im Schilde den rechtsgekehrten Vogel «Behem» mit aufgethanenen Flügeln. Katharina Schappel
von Rottweil, Wilhelm Beham's Witwe, empfing 1416 von den Grafen von Zollern den Schlegelinshof
in Denkingen, O.-A. Spaichingen, zu Lehen.

Ton Beienbnrg. Nach dem abgegangenen Schlosse B. bei Blitzenreute, O.-A. Ravensburg, nannte
sich ein uraltes mächtiges Geschlecht, aus welchem Arnold und Heinrich 1142 Domherrn in Konstanz,
letzterer 1148 Dompropst, waren. Gebizo von Bisenburg, auch von Ravensburg genannt, Weifischer
Ministeriale, Sohn Hermanns des Reichen, stiftete Kloster Weissenau und wurde 1153 in Ravensburg
erstochen. Heinrich von Bienburc 1201 Kämmerer des Königs Philipp. Heinricus camerarius de
Bienburch 1241, imperialis aulae camerarius de Bigenburch, überließ 1257 dem Johanniterorden
einen Hof in Ueberlingen und stiftete 1264 die Deutsch-Ordens-Commende Aishausen; er führte
im Schilde einen Leoparden. Da sein Sohn Friedrich vor ihm verstorben zu sein scheint, fielen seine
Güter an die Schenken von Schmalneck, die sich mit Beibehalt ihres Wappens, eines Doppelhakens,
nunmehr Schenken von Bienburg nannten. (Siehe diesen Artikel.)

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