Kindler von Knobloch, Julius ; Badische Historische Kommission [Editor]
Oberbadisches Geschlechterbuch (Band 1): A - Ha — Heidelberg, 1898

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von Pfohren

von Pforr.

Maria Theresia d. d. Wien 1778. 6. 5. in den Erbländisehen Österreich. Freiherrnstand erhoben.
Sein Mannesstamm erlosch 1827. 3. 1. mit seinem Enkel Franz Joseph Ferdinand.

II) Johann Friedrich, Bruder von Heinrich und Hieronymus, n. 1549. 12. 5., f 1598 .... 9.,
Kaiserlicher Hauptmann, hatte von Helena Conraterin sieben Kinder, welche keine Nachkommen
hinterließen und von denen Georg, n. 1591. 27. 10., f 1666. 3. 12. Domherr zu St. Stephan in
Konstanz war.

III) Christoph v. P., n. 1558. 12. 9., f 1619. 8. 7., Senator in Biberach, hinterließ von Susanna
Pappus von Tratzberg eine zahlreiche Descendenz, die mit Maria Theresia, Nonne in Feldbach, 1773

erlosch. Sein Enkel Ernst Friedrich, n. 1619. 15. 5., f 1672. 21. 6.,
war Domherr zu St. Stephan in Konstanz, Decan und Pfarrer in
Biberach.

Heinrich v. P., im Diplom von 1563 genannt, Bürgermeister
in Biberach, dessen Descendenz im 17. Jahrhundert erloschen ist,
hinterließ unter anderen Kindern Johann Joachim, Kaiserl. Haupt-
mann, n. 1548, f 1598, dessen Sohn Peter v. P. zu Helfenberg,
Kaiserl. Oberst und incorporirtes Mitglied der Schwäbischen Reichs-
ritterschaft des Viertels am Kocher, vom Kaiser Ferdinand III
d. d. Wien 1640. 16. 3. eine Adelsbestätigung unter Verleihung des
rittermäßigen Adelstandes nebst Wappenbesserung erhielt. Seine
einzige Tochter war vermählt an einen Boeeklin von Boecklinsau.

Das Stammwappen zeigt in Roth drei gestürzte silberne Wolfs-
angeln übereinander. H.: auf rothem Kissen eine aufwärts gestellte
silberne Wolfsangel, darauf ein Busch von sieben schwarzen Hahnen-
federn. Hd.: rothsilbern. (Siebmacher V, p. 264, No. 5.)

Das vermehrte Wappen von 1640 zeigt im gevierten Schilde
1 und 4 das Stammwappen, 2 und 3 in Silber einen einwärts ge-
kehrten rothen Löwen. Zwei Helme: 1) der Stammhelm; 2) gekrönt, darauf der Löwe wachsend.
Hd.: rothsilbern. (Siebmacher IV, p. 142, No. 2.)

von Pfohren. Pfohren oder Sumpfohren, B.-A. Donaueschingen. Triutwin de Phorren 1085
Zeuge einer Urkunde de Klosters St. Georgen. Walto de Pforron, nobilis, Zeuge 1108, 1109. Arnoldus
de Pforrin 1112 Zeuge in Schaff hausen.

von Pforr. Die Heimath der v. Pforr, welche in der Geschichte der Stadt Breisach eine be-
deutende Rolle spielten, ist nicht bekannt. In der Oberrh. Zeitschrift XIII, p. 50, ist die Vermuthung
der Burgundischen Abkunft des Geschlechts ausgesprochen. Seit dem 13. Jahrhundert erscheinen die
von Pforr in Breisach, wo W. de pforre 1261 Mitglied des Rathes war. Wernher 1266. Heinrich
von Phorre 1290, 1294, 1296 und Johannes von Phorre 1296 Mitglieder des Raths in Breisach. Der
Letztere lebte 1301 und waren damals seine Töchter Clara und Agnes Klosterfrauen zu Marienau.
Frater Jacobus de Phorro, Mönch in Öberried 1303, provincialis ordinis Wilhelmitarum 1307. Ciauwes
von Pforre, 1409 des Raths in Breisach; seine Witwe Frau Katharina 1316. Ihre Kinder Katharina
(1331 Aebtissin, 1334, 1335 Nonne, 1341 todt), Tilie (1334, 1341), Nonnen in Marienau, Rüdiger,
Heinrich und Johann stifteten 1335 den Eltern Jahrzeiten. Johannes von Phorre, Frau Katharina
Gotzküchin und Wernher, ihr Sohn, stiften 1316 ihrem Bruder Herrn Werner von Phorre selig,
Kirchherrn der Kirche auf dem Berge in Bahlingen, daselbst eine Jahrzeit. Gertrudis domicella dieta
de Pforre, residens in Freiburg, vergabte 1317 an Kloster Thennenbach, 1320 den Johannitern in Frei-
burg, 1335 todt genannt. Die Junker Johans und Wernher von Phorre 1318 des Raths in Breisach.
Meister Wernher von Pforre 1326 Zeuge in Freiburg. Elsebette von Phorre, Priorin des Klosters Adel-
hausen, 1328, 1333, woselbst auch Agnes und Katharina Klosterfrauen waren. Johans v. P. der
Aeltere 1334 Bürger in Breisach. Frau Agnes v. P., Bürgerin in Breisach, und ihre Söhne Her Johans
der Kirchherr von Sewen (noch 1380), Heinrich und Werli verkauften 1357 einen Wald in Achkarren.
Jkr. Heinrich 1380 Bürger in Breisach. Jkr. Werner, Schöffe daselbst 1380, 1382, der Aeltere ge-
nannt 1391. Hans Pforre von Ruexingen sagte zw. 1389 und 1391 den von Falkenstein ab. Werner
der Junge, 1394 Bürger in Breisach. Jkr. Werlin 1395, widersagte 1400 den Herren von Rappolt-
stein. Werner von Pfor, des Raths in Breisach 1413, 1425. Jkr. Bartholome 1446 in Uffholz be-
gütert. Herr Hans Pforr 1479. Ursula v. P., 1529, welche wegen ihres unsittlichen Lebenswandels
zur Aebtissin wähl nieht zugelassen wurde, und ihre Schwester Valeria waren 1534 Domfrauen zu
St. Stephan in Straßburg. Johannes Pforrer, 1553 Prior in Oberried, 1564 Prior des Wilhelmiten-
Ordens in Sion bei Klingnau.
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