Kindler von Knobloch, Julius ; Badische Historische Kommission [Hrsg.]
Oberbadisches Geschlechterbuch (Band 1): A - Ha — Heidelberg, 1898

Seite: 537
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Harrer — Harsch.

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Zinse in Brumat 1408. Berthold von Hadmerspach gab 1435 einen von seinen Vorderen besessenen
Zins in Steinach den Grafen von Fuerstenberg auf. Junker Erasmus von Harmerspach Schultheiß in
Gengenbach 1433. Wohl dessen Sohn Erasmus H. (oder v. H.) Lehnsmann der Herren von Gerolds-
eck 1476, Schultheiß von Gengenbach 1481, 1484, Lehnsmann der dortigen Abtei, Altschultheiß 1500,
von den Grafen von Fuerstenberg 1486, 1503 mit Lehen in Schnellingen, Eschau und Wyler belehnt.
Von seinen Kindern war Ursula (1503 todt), 1486 Witwe des Caspar Stoll von Staufenberg, und Jacob
von Harmerspach, 1505, 1506 von den Grafen von Fuerstenberg belehnt, 1517 des alten Bathes in
Gengenbach, woselbst er in diesem Jahre Haus und Hof verkaufte. Er scheint der Letzte des Ge-
schlechtes gewesen zu sein. Das Wappen findet sieh, übereinstimmend mit dem Siegel des Erasmus
1481, im jüngeren Donaueschinger Wappencodex fol. 212 als «von Homersbach»: In S. eine ausge-
bogene, in einer Ffeilspitze aufwärts endende r. Spitze; H.: die r. Bfeilspitze zwischen zwei r. s. ge-
theilten Büffelhörnern; Hd.: r. s.

Harrer. Heinrich, 1288 Bürger in Markdorf, durfte 1293 ein Eaderach'sches Lehengut kaufen.

Harsch. 1) Ein bürgerliches Geschlecht der Stadt Freiburg,
aus welchem die Brüder Andreas, Konrad und Michael H. von
dem Pfalzgrafen Wilhelm Boecklin von Boecklinsau, Dompropst zu
Magdeburg, d. d. Freiburg 1578. 21. 7. einen Wappenbrief er-
hielten. Nachdem der genannte Conrad 1612 von Andreas Held
die Güter Holzhausen und Ober- und Nieder-Reuthe bei Freiburg
erworben und 1626 daraus ein Familienfideicommiß gestiftet hatte,
schrieben seine Nachkommen sich von diesen Gütern und traten,
ohne je durch ein Diplom in den Adelstand erhoben worden zu
sein, stillschweigend in den Adel ein, führten in den letzten Gene-
rationen sogar den Freiherrentitel. (Siehe freiherrl. Taschenbuch
1857.) Schon des Conrad Sohn Hans Georg H. wurde 1639 in
Freiburg ausdrücklich zu den alten Rittersleuten und rechten
Satzbürgern gezählt. Der dem Geschlechte mitunter beigelegte
Beiname von Allmendingen, dessen sich die Schwäbischen Harscher
bedienten (siehe diesen Artikel), kommt den Freiburger Harsch
selbstredend nicht zu. Die Genealogie gibt die von Herrn Frei-
herrn C. von Althaus mir gütigst mitgetheilte Stammtafel auf
Seite 538. Wappen (1578): Gespalten, vorn in G. zwei gekreuzte
gestümmelte r. Baumäste, hinten in R. einwärts gekehrt ein g. Löwe;
Stechhelm mit r. g. Wulste und Hd.: ein Flug, vorn in R. der g. Löwe, hinten in G. die r. Baumäste.

Zu diesem Geschlechte dürften die in Tonjola, Basilea sepulta,
aufgeführten Personen gehören: Frau Margaretha Harscherin, welche
20 Jahre mit Jacob Wonlich, 4 Jahre mit dem Hauptmann Balthasar
Irmi verheirathet gewesen, f Basel 1598. 28. 1. aet. 52; des Mathis
Harscher Gattin Gertrud Wagrysen, f 1607. 11. 12. aet. 84 mit
Hinterlassung von 9 Kindern, 53 Enkeln und 40 Urenkeln; des
Mathis Harscher Gattin Esther Warzaschin f 1626. 12. 2.

2) Zu dem vorigen Geschlechte nicht in verwandtschaftlicher
Beziehung stehend und daher wohl nicht, wie vielfach angenommen
wird, von dem Kanzler Andreas Harsch abstammend, aber eine in der
Geschichte Freiburgs viel genannte Persönlichkeit ist der Graf Harrsch.
Sein Großvater Hans Jerg Harrsch war von Woellwarth'scher Vogt
zu Fachsenfeid am Kocher, sein Vater M. Johann Martin Harrsch
wurde 1658 Pfarrer in Neubronn (seit 1665 in Essingen, wo er 1697
starb), und heirathete hier 1658. 2. 11. Anna Veronica Hildenbrändin.
Diesem Elternpaare wurde 1661. 5. 12. in Neubronn ein Sohn ge-
boren und Ferdinandus getauft, der sich aber später noch den Vor-
namen Amadeus beilegte. Er floh mit 15 Jahren nach Frankreich
und scheint seine hier erlernte Fertigkeit der französischen Sprache
dazu geführt zu haben, daß er für einen geborenen Elsässer galt.
Nachdem er in einem französischen Schweizer-Regiment gedient, mit den Venetianern 1688 in Morea
gegen die Türken gefochten hatte, trat er in Kaiserliche Dienste und wurde im Dezember 1695 zum
Generalquartiermeister befördert. Als solcher wurde er vom Kaiser Leopold I d. d. Wien 1702. 31. 3.
in den alten Ritterstand für das Reich und die Erbländer erhoben. Wappen: In S. auf gr. Dreiberge

Oberbad. Geschlechterbuch. 68

Harsch.

Harsch.
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