Kindler von Knobloch, Julius ; Badische Historische Kommission [Hrsg.]
Oberbadisches Geschlechterbuch (Band 2): He - Lysser — Heidelberg, 1905

Blatt: 195
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Ilsung von Tratzberg, (Tratzberg bei Stans in Tirol.) Dieses Geschlecht soll nach von Stetten,
Geschichte der adeligen Geschlechter der Stadt Augsburg, pag. 107—112, von den ehemaligen Grafen
von Moehringen, angeblich einem Zweige der Grafen von Wittelsbach, herstammen und mit Friedrich

I. um 1241 nach Augsburg gekommen sein. Die Notiz in Hefner, Stammbuch des deutschen Adels,

II, pag. 215, daß Kaiser Sigmund seinen Rath Georg Ilsung und dessen Nachkommen in den Grafen-
stand erhoben und ihnen alle hergebrachten Rechte d. d. Konstanz 1417. 23. 4. bestätigt habe, ist
ganz unwahrscheinlich, umsomehr als W. Altmann in den Urkunden Kaiser Sigmunds dieses Regest
nicht bringt. Georg Ilsung wurde nach dem Erlöschen der Merklin von Waldkirch von der Herr-
schaft Oesterreich 1544. 5. 3. mit dem Schlosse Keppenbach belehnt, vertauschte es aber mit Kaiserl.
Bewilligung 1553. 5. 11. dem Grafen Georg von Helfenstein gegen das Amt Altenhofen im Erzher-
zogthum Oesterreich. Georg Ylsung von Tratzberg, Kaiserl. Rath
und Landvogt in Ober- und Nieder-Schwaben, wurde vom Kaiser Ma-
ximilian II d. d. Wien 1568. 9. 7. für seine Person in den Reichs-
Ritterstand erhoben und d. d. WTien 1569. 18. 4. (nunmehr auch
als Vogt zu Neuberg am Rhein bezeichnet) für seine Person mit
dem kleinen Palatinat, für sich und seine männlichen Erben mit der
Befreiung von allen bürgerlichen Aemtern und auswärtigen Gerichten,
Kaiserl. Schutz, Schirm und Salva guardia, der Bewilligung, adelige
Güter zu besitzen, Schlösser zu bauen und sich davon zu nennen,
Rothwachsfreiheit etc. begnadet. Bucelini Germania sacra et profana
II, 2, L. 6 bezeichnet den Vorgenannten als Georgius Ilsung de Lichten-
berg, Eques et Colonellus, Imperatorium Caroli V, Ferdinandi I,
Maximiliani II et Rudolfi II Consiliarius, Praefectus Sueviae und nennt
als seine Gattin Anna Loebl de Gronenberg (baronissa de Gruenberg,
deren Vater 1589. 2. 1. in den Freiherrenstand erhoben worden
war) und als seine Kinder: a) Maximilian (1581 Kaiserlicher, sowie
der Erzherzoge Ferdinand und Karl Rath, Landvogt in Ober- und
Niederschwaben, Vogt zu Neuenburg), f unvermählt; b) Friedrich
vermählt 1) mit Ottilia Freiin von Pucherin, II) mit Brigida Hund-
piß von Waltrams; er war Kaiserl. Rath und Oesterreich. Landvogt
in Schwaben; ihm verpfändete Kaiser Rudolf II 1582 die Herrschaft
Egloffs, welche seine Nachkommen dem Erzhause überließen; c) Georg, ilsung.

vermählt mit einer Freiin von Graveneck; d) Maria, Gemahlin des

Friedrich Fuchs von Fuchsberg; e) Anna, f Tratzberg 1601. 21. 2., heir. 1570. 27. 11. Jacob Fugger,
Freiherrn zu Kirchberg und Weißenhorn, n. 1542. 30. 3., f 1598. 7. 2., beide begraben in Baben-
hausen; f) Susanna, verm. 1) an Johann Christoph von Schellenberg, II) an Friedrich Herwarth. Die
vorgenannten drei Brüder Maximilian, Friedrich und Georg «Freiherrn von Ilsung» (ein Diplom über
die Erhebung in den Freiherrenstand scheint nicht vorhanden zu sein) erhielten durch Allerhöchst
resolvirtes Gesuch d. d. 1581. 13. 2. die Bewilligung, sich «von Ilsung zu Wolkenburg und Egloffs,
Herren zu Tratzberg» zu nennen. (Gef. Mitth. des K. K. Adels-Archivs.) Eine Wappenbesserung
scheint bei allen drei Diplomen nicht stattgefunden zu haben. Der Kaiserliche Rath Johann Achilles
Ilsung von Khuenenberg und Linda erhielt vom Kaiser Rudolf II d. d. Wien 1583. 15. 3. das Pa-
latinat ad personam mit dem Rechte jährlich vier Wappenbriefe zu ertheilen und sein Sohn Johann
Ulrich I. v. K. u. L. vom Kaiser Matthias d. d. Regensburg 1613. 12. 10. die Ausdehnung dieses
Palatinates für seine Person. Maximilian Franz Ilsung Freiherr von Tratzberg und Kunenberg 1754,
1759 Hauptmann im Baden-Durlach. Regiment. Wappen: Im r. p~ getheilten Schilde je ein in
Form eines W gebrochener s. Balken; gekr. Helm: zwei außen mit je vier Pfauenfedern besteckte,
durch einen s. Sparren r. ^ getheilte Büffelhörner; Hd.: r. s. und ^ s. (Siebmacher, I, pag. 24,
No. 8).

ImagO. Heinricus Ymago, Bürger in Freiburg, 1243. Junta Ymago unter dem 9. September
im Necrolog des Klosters Güntersthal genannt.
Imboff siehe im Hof.
Imholz siehe im Holz.

von Immendingen. Immendingen, Dorf im B.-A. Engen, mit zwei Burgen, der oberen Burg
und der unteren Burg an der Donau. Vermuthlich haben sich mehrere Geschlechter verschiedenen
Wappens von diesen Burgen geschrieben. Zuerst erscheint 1101 Immo de Immindingen als Z. Urk.
Schaffhausen und 1102 Trudewinus de I. Rudulfus de Immendingen, Dienstmann des Grafen von
Montfort 1214. M. et G. de Imidingen, prepositus et prior Berowe 1229. Dnüs H. de Imendingen

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