Kindler von Knobloch, Julius ; Badische Historische Kommission [Hrsg.]
Oberbadisches Geschlechterbuch (Band 3): M - R — Heidelberg, 1919

Seite: Vorwort_01
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Vorwort.

Am Tage des Einzuges der deutschen Truppen nach der Einnahme von Straßburg im Sep-
tember 1870 stand ein junger preußischer Artillerie-Leutnant vor den rauchenden Trümmern der alten
Stadtbibliothek und hörte von Straßburger Bürgern, welche kostbaren handschriftlichen Quellen zur
Geschichte der oberrheinischen Geschlechter neben anderen wertvollen Werken dem Brande zum Opfer
gefallen waren. Der dadurch der Geschichtswissenschaft entstandene Verlust erfüllte ihn mit solchem
Bedauern, daß er vom lebhaften Wunsche beseelt wurde, nach seinen Kräften Ersatz dafür zu schaffen.
Dieses war gewissermaßen die Geburtsstunde des Oberbadischen Geschlechterbuches; denn der junge
Offizier war Julius Kindler von Knobloch. Schon gleich nach dem Kriege begann Kindler von Knobloch
Material zu sammeln und wenn er auch noch bis Anfang der achtziger Jahre in der militärischen
Laufbahn verblieb, so gelang es ihm doch, durch seinen unermüdlichen Fleiß und seine eiserne
Energie die meisten süddeutschen Archive und Bibliotheken zu benützen und eine stattliche Anzahl
von Bänden mit Auszügen anzufüllen, die die Grundlage für das spätere Werk boten. 1892 beschloß
die Badische Historische Kommission in der XL Plenarsitzung, auf das Anerbieten Kindler von Knoblochs
die Ausarbeitung seiner Sammlungen unter dem Namen Oberbadisches Geschlechterbuch herauszugeben.
Es war aber dem Forscher nur vergönnt, 2x/2 Bände (bis zum Artikel Muntprat) der Presse zu über-
geben, als eine langwierige Krankheit ihn nötigte, die ihm liebgewordene Arbeit niederzulegen. Am
2. Juni 1911 starb er zu Dresden, und seine Verdienste fanden ihre Würdigung in der Zeitschrift für
die Geschichte des Oberrheins, Neue Folge 27 (1912), Seite 141-—143; dem Bulletin du Musee histo-
rique de Mulhouse und anderen Ortes.

Als die Fortsetzung des Werkes dem Unterzeichneten übertragen wurde, war sein Bestreben, die
Arbeit in der gleichen Art und Weise weiterzuführen, damit das Werk von einheitlichem Gusse
erscheine. Bis zu seinem Tode war Kindler von Knobloch unermüdlich bereit, das Werk noch weiter
zu fördern und dem Unterzeichneten mit Rat und Tat beizustehen. Wenige Änderungen wurden in
der Art der Bearbeitung vorgenommen; es wurde nur angestrebt, keine Persönlichkeiten anzuführen,
ohne deren Namen das genaue Datum der Urkunde, in der sie erwähnt werden, beizufügen, um so
einigermaßen den durch den beschränkten Raum bedingten Mangel der Quellenangaben zu ersetzen. Von
einer Wiederholung der Angaben alter weniger zuverlässiger Autoren wie Bucelin, Lacius, Hübner usw.
wurde Abstand genommen.

Zu besonderem Danke ist der Bearbeiter des vorliegenden Bandes folgenden Herren verpflichtet:
Freiherrn Franz von Althaus, der die genealogischen Sammlungen seines Bruders, des verstorbenen Frei-
herrn Camillo von Althaus, in bereitwilligster Weise zur Verfügung stellte und eine große Menge von
Akten des Colmarer Bezirksarchivs zum Zwecke der Ergänzungen verschiedener Artikel des Werkes
durchsah; Dr. August Burkhardt in Basel; Freiherrn Carl von Hornstein zuBinningen; dem Dr. Walter
Merz Diebold, der aus seinen reiohhaltigen Sammlungen viele Auszüge aus den im Berner Staatsarchiv
befindlichen Baseler Stiftsakten zur Verfügung stellte; dem Professor Rech in Offenburg; der Freiin
Therese von Reinach und Gräfin Helene von Reinach zu Paris; dem Oberstleutnant Freiherrn Röder
von Diersburg zu Naumburg a. d. Saale und dem im Jahre 1918 verstorbenen Dr. Grafen Hugo von
Walderdorff in Hautzenstein.

Meischenstorf, den 5. Juni 1919.

Othniar Freiherr von Stotzingen.
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