Kindler von Knobloch, Julius ; Badische Historische Kommission [Hrsg.]
Oberbadisches Geschlechterbuch (Band 3): M - R — Heidelberg, 1919

Seite: 120
Zitierlink: 
https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/kindlervonknobloch1919bd3/0124
Lizenz: Creative Commons - Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen Nutzung / Bestellung
0.5
1 cm
facsimile
120

Moser.

darin ein entwurzelter Baum, vorn mit Blättern und r. Rosen, hinten dürr; Turnierhelm mit r. w.
Wulst, darauf die Arme, der g. bekleidete einen blühenden Rosenstrauch, der r. bekleidete einen dürren
Strauch haltend; Hd.: r. g. So ist das Wappen auf dem Siegel Justinians 1528. Wohl des Letzteren
Sohn war Ulpian (Vulpian) Moser, 1536, 1538 Amtmann des D.-O.-Hauses Mainau zu Ueberlingen,
1554 Bürger daselbst und Vogt der Herrschaft Ittendorf; seine Witwe lebte 1559 in Radolfzell. Sein
Sohn Justinian M. aus Radolfzell, clericus, wurde 1547. 27. 10. und, wohl dessen Bruder, Matthias
M. aus Radolfzell, laicus, 1565. 28. 6. auf der Universität Freiburg immatriculirt. Hieronymus M.,
Insiegler des Bischöflichen Hofes in Konstanz 1537, 1539, kaufte 1539. 31. 3. von den von Friedingen
Güter in Duchtlingen, Schlaft, Hausen und Beuren, B.-A. Engen. Sebastian M. Vogt und Amtmann
zu Ittendorf, B.-A. Ueberlingen. Dr. Justinian Moser, 1590 Erzherzoglicher Secretär zu Innsbruck,
empfing 1597. 12. 3. für den Fall des erblosen Ablebens des Eucharius von Reischach als Oester-
reich. Lehen die Exspectanz auf die Wildbänne in Kirchzarten und das Meyerthum in Weiler, Gem.
Stegen, B.-A. Freiburg, worauf er den Titel «in» bez. «von» Weiler annahm. Laut Annivers.-Buch der
Franziskaner-Kirche St. Martin zu Freiburg starb der edle Herr Justinian Moser von Weyler 1633. 21. 4.,
sein Sohn Matthias Ulpian, Rath des Erzherzogs Maximilian, schon 1616. 25. 1. Nobilis dnus. Johann
Christoph M., f 1628. 12. 7., sep. Münster in Freiburg. Hieronymus Moser von Weiler wurde, da das
Geschlecht nicht ausdrücklich in den Adelstand erhoben worden war, 1639 in Freiburg nicht für einen
rechten Rittersmann und Satzbürger gehalten; uxor: Anna Elisabeth Gienger zu Grienpichl, sein Sohn
Johann Heinrich, bapt. im Münster zu Freiburg, 1643.16.2., war später Gräfl. Truchsess. Amtmann in
Callenberg. Nach J. J. Moser, Geneal. Notizen, pag. 36 hatte er zahlreiche Nachkommen, von denen
ein Urenkel Johann Jacob, S. Theol. et Jur. Licentiatus, Pfarrer in Balingen und dessen Bruderssohn
Friedrich Pfarrer in Roßwangen bei Balingen war. Ein Philipp Christoph M. aus Ensisheim wurde
1611. 20. 8. auf der Universität Freiburg und Franz Carl M. aus Hitzingen im Hegau 1695. 29. 10.
in Padua immatriculirt. Das Anniversarienbuch von Kirchzarten nennt Mathias Ulpian Moser von
Weyler nebst seiner Gattin Apollonia geb. von Wehingen zu Sigismundsriedt in Tirol, sowie Junker
Franz Moser nebst Gattin geb. von Mennelshofen. Frl. Maria Esther Moser von Weiler 1659. 4. 2. und
Franz Christoph M. v. W. 1673. 15. 5. kommen als Pathen in Freiburg vor.

4) Moser von Vilsegg und Weilerberg. Balthasar Marstaller, seit 1518.14.9.
Vogt zu Herrenberg, kommt 1523 bald unter diesem Namen, bald unter dem
Namen Moser vor; sein Siegel 1520 zeigt im Schilde einen springenden Stein-
bock: S. BALTVS. MARSTALLER. (Gef. Mitth. des Herrn Th. Schoen). Kaiser
Maximilian II erhob d. d. Wien 1573. 2. 2. (Ausfertigung des Diploms vom
4. März) den Balthasar Moser, vermuthlich Sohn des Vorigen, der Rechten
Doctor und des Herzogs Ludwig zu Württemberg Kammerrath, und seinen Bruder
Valentin unter Besserung ihres Wappens durch einen gekrönten Turnierhelm und
mit der Freiheit, sich von ihren Schlössern Filßeck und Weilerberg (Vilsegg und
Weilerbergerhof im Württ. O.-A. Goeppingen) zu schreiben, und mit der Berech-
tigung zu Lehen in den rittermäßigen Adelstand für Reich und Erblande. Das
bisherige W'appen zeigte in R. einen aufgerichteten w. Steinbock und auf dem
Stechhelme mit r. w. Bausch und Decken denselben wachsend. Friedrich Moser
von Vilseckh, n. 1605. 15. 10., f 1671. 20. 5., kam als Oberst und Kommandant
von Benfeld, nebst seiner Gemahlin Veronica Sibylla, geb. von Witzleben (f 1680.
9. 2.), als Pathen der 1644. 16./26. 6. geborenen und 20./30. 6. in der evange-
lischen Hofkirche zu Rappoltsweiler getauften Maria Ernestina, Tochter des
Philipp Ludwig von Venningen und der Maria Catharina, geb. von Rathsam-
hausen, vor. Johann Jakob Moser v. F. und W., Herzoglich Württembergischer
Regierungsrath, Professor Juris bei dem Fürstlichen Collegium in Tuebingen,
schrieb «Erläutertes Württemberg», Tübingen 1729, 2 Theile, 8°. Friedrich
Carl Mosser von Filßeck, Landgräflich Hessen-Cassel. Wirkl. Geh. Rath und Oherrhein. Kreis-Gesandter,
und seine Brüder Wilhelm Gottfried und Christian Benjamin erhielten vom Kaiser Karl VI d. d. Wien
1763. 3. 12. eine Adelsbestätigung mit «von». Des Wilhelm Gottfried Sohn Friedrich Wilhelm Frei-
herr v. M., n. 1761. 24. 12., f Birkenfeld 1795. 6. 1. als Markgräflich Badischer Oberforstmeister, ohne
von seiner Gattin, geb. von Uten aus Weimar, Kinder zu hinterlassen. Von seinen Schwestern starben
Johanna Friedrike, n. 1758. 30. 4., f 1830. 20. 10., und Beate Wilhelmine, n. 1764. 27. 10.,
f 1820. 26. 8. in Karlsruhe. (Gef. Mitth. des Herrn Th. Schoen). Siehe über die im Königreich
Württemberg in zwei Lienen noch blühende Familie von Moser das Brünner Geneal. Taschenbuch der
Adeligen Häuser IL, V., XL, XII. und XVII. Jahrgang.

Moser.
loading ...