Dengler, Georg [Editor]
Kirchenschmuck: Sammlung von Vorlagen für kirchliche Stickereien, Holz- & Metallarbeiten & Glasmalereien — N.F. 4.1888/​95

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Erklnrung der Tafeln.

Nr. 24.

W

Kunst dargestellt als schönes, schlanles, weißes
Pferdeartiges Thier, dessen Horn wie eine gerade,
spiralförmig gewundene Stange auf der Stirne
hervorsproßt. Jn der Schatzkammer von S. Peter
in Salzburg finden sich noch 2 alte Bischofsstäbe,
deren gerader Theil aus solch gewundenem Ein-
horn (in Wirklichkeit Narval-Hvrner) besteht.
Das Einhorn ist auch das Wappenthier des
Kvnigreichs England. Weiteres ist über diesen
Gegenstand zu finden bei Lnnmont, /Vdsco-
6airs arclreoloA'iigns, lVlartin ot Ealrier,

lVlsIs.riZ'Ls cl'arclisolotzis sdrst., snr cgnslcguss
points 6s ^ooloZ-is rn/Zticgns; llsldiZ' dd
disdnsiclsr, ITsvus cls 1'^.rt cdrst., ssnvisr
1888; Ooczust, slsrnsnts ct'IconoArspdis
Ldrstisnns (8ocists 8. ^.uAnstin, ITIIs cdsü
Ossclss st Ilronrver.) Letzteres Buch, reich
illustrirt, ist allen Kunstfreunden wegen der Fülle
seines Jnhaltes, der großen Zahl stylvoller
Jllustrationen und des äußerst billigen Preises
(5 M.) sehr zu empfehlen.

Die vorliegende, schöne Bordürenzeichnnng
ist eine Kompositivn von Frl. von Gruben in
Regensburg.

Tafel 151

Hochaltar in gothischem Style, für die Dekanal-
kirche in Eger entworfen Vvn dem Herausgeber.
Diese Kirche hat einen sehr hohen, schmalen
Chor, weshalb auch die Verhältnisse dieses
Altares nngewöhnlich schlank sind. Für die bei°
den Büsten, welche bei Götz in Regensburg in
Silber getrieben ausgeführt wurden, waren
2 hl. Häupter vorhanden; da es kirchliche Vor-
schrift ist, daß bei der Anssetznng des Aller-
heiligften nicht gleichzeitig auf demselben Altare
auch Reliquien ausgesetzt werden dürfen, ist
Vorsorge getroffen, daß die Nischen, in welchen
diese Büsten stehen, durch verschiebbare, reich
vergoldete Thüren geschlossen werden können.
Der Altar selbst in seiner reichen Vergoldung,
welche alle Architekturtheile überzieht, macht
einen imposanten Eindruck. Hergestellt wurde
derselbe von Schreinermeister Schreiner in
Regensburg, Bildhauer Markl und Gebr. Goß,
Maler und Vergolder in Stadtamhof.

Tafel 152.

Kleinerer gothischer Flügelaltar, ausgeführt
von den eben genannten Meistern für die Stadt-
pfarrkirche in Kronach, nach einem Entwurfe

des Herausgebers. Die Szenen auf den Flügeln
und in der Prädella stellen verschiedene Momente
aus dem Leben des hl. Joseph dar, die Mittel-
fignr wurde nach dem Wunsche der Besteller
nach dem bekannten Beuroner S. Josephsbilde
modellirt.

Tafel 153 und 154.

Plafond und Seitenbehänge zu einem Trag-
baldachine. Jn der Mitte thront das Lamm
Gottes mit der Siegesfahne auf dem siebenmal
versiegelten Buche, das auf einem Altare ruht;
der siebensarbige Regenbogen und goldene
Strahlen und Sterne auf hellblauem Grunde
bilden den Fond. Anf dem Antependium des
Altares sind die in der mittelalterlichen Sym-
bolik hänfig vorkommenden beiden Hirsche, die
nach der Wasserquelle dürsten (Psalm 41, 1).
Von diesem mittleren Medaillon aus bildet sich
ein Kreuz mit Weinlaub und Trauben; in den
Ecken befinden sich kleinere Symbole des hl.
Altarssakramentes, nämlich oben links der Baum
des Paradieses mit der Beischrift: liZmnin vitss
(Banm des Lebens); dann das vom Himmel
fallende Manna, darüber die segnende Hand
Gottes in stylisirten Wolken mit der Schrift:
?snis coslsst. (himmlisches Brod), unten der
Pelikan (b'slicsnns) und der Weinstock (vitis
luzc^tiou). Die seitlich herabfallenden Behänge
erhalten ringsum die Jnschrift: 8nnctus,
8anctus, 8nnctus Ooininus Osus 8u1>g.otIi.
l?Isni sunt cosli st tsrrn ^loria Tun. Hosnnna
in sxcslsis. Unter dieser Schrift sind Cherubim
mit Y Flügeln, an den Ecken der Schmaltheile
die Symbole der Evangelisten, nur aus dem
betreffenden Kopfe mit den gleichen Flügeln wie
die Cherubime gebildet. Auf Tafel 154 finden
sich die Zeichnungen hiezu in natürlicher Größe.
Die Conturen sind ziemlich kräftig gehalten, da-
mit sich die Figuren, im Freien von Ferne ge-
sehen, auch noch deutlich von dem weißen Hinter-
grunde abheben.

Tafel 155.

Bordüre für Meßkleider oder Pluviale im
Renaissance-Style, und Stola im spätgothischen
Style, für Gold- und farbige Ausführung ver-
wendbar.

Tafel 156 L.

Romanisches Altarkreuz, in Metall gegossen
und vergoldet, mit reicher Emaillirung. Der
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