Kissling, Hermann ; Stadtarchiv <Schwäbisch Gmünd> [Hrsg.]
Künstler und Handwerker in Schwäbisch Gmünd 1300 - 1650 — Schwäbisch Gmünd, 1995

Seite: 170
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Rahn Georg

der Schreiber nicht ohne Stolz auf seine Kunstfertig-
keit: Von freyer Hand mit blosser Feder und dinten ge-
macht und endtworffen durch Johann Michäelen Püch-
lem Anno 1691.
FamR I, 297. StadtR 1674 I, 103. US 1545. - ThB XXVII, 446 f. -
Klaus, Künstler II, 327-329. - G. Keck, Die Gmünder Schreibkünst-
lerfamilie Püchler, einhom 14 (1955) 232-234. - Fleischhauer, Ba-
rock, 91.


Rahn (Rhan) Georg, Zinngießer, *1600 Gmünd, quit-
tiert 1641 als Burger und Zihngießer in der Erzfiirstl.
D: Österreichischen Statt Bozhaimb [Bozen] dem
Gmünder Bürger Hans Georg Fauding und dessen Frau
Ursula geb. Rahn (R.s Schwester, *1612) den Erhalt
von 117 fl Kapital und Zins, die ihm aus dem Erbe von
t Dorothea Rahn zustanden.
FamR VI, 107. CProt II (1641) 106.
Raiffinger (Raiflinger) Philipp Jacob, Uhrmacher von
Augsburg, *1611, cd (in Augsburg?) Anna Maria
Gußmann (1638-1645 3 Kinder), ab 1638 in Gmünd
nachweisbar, t 25.5.1681. Steuert 1640 im Wildeck 3
Ort, 1645/47 an der Badmauer, zinst 1658 einer ehrba-
ren Schneiderzunft 2 1/2 fl von 50 fl Kapital aus seinem
Haus hinterm teutschherischen Haus (Lagebezeichnung
1662-1677 hinterm Platz beim Pflugwirtshaus). 1641
ist R. Uhrrichter der Stadt. Bessert und renoviert in die-
sem Jahr die Uhr der Katharinenkapelle, wozu Kir-
chenmeister Caspar Vogt* neue Gewichtssteine liefert,
was insgesamt 5 fl 4 b 1 kr kostet. 1650 erwirbt R. mit
seiner Frau das Bürgerrecht zu Ellwangen nach der
Vorlage des Geburtsbriefes und Bezahlung von 8 fl. Es
muß ihn aber bald nach Gmünd zurückgezogen haben,
denn 1653 steht er wieder in der Liste der gemeinen
Diener mit 1 fl 7 b 2 kr Wartgeld. 1653/54 hat er mit
der Heubacher Kirchenuhr zu tun, repariert 1660 und
1667 wieder die Uhr in St. Katharina und erhält 1663 1
fl 3 b wegen der Uhr in der Stattstuben. Von 1663 bis
1678 zahlt ihm die Stadt als Uhrrichter 6 fl Jahressold.
FamR VI, 132, 196. SterbeB II, 8. StadtR 1640, 117; 1641, 77; 1645,
66‘; 1649 I, 115‘; 1653 I, 96, 104; 1663 I, 62, 80‘; 1663-1678. CProt
III (1658) 46. SchatzB 1645, 1647 II. KR 1640, 215; 1660, 195; 1662,
41; 1667, 185. 1677. ABBü 4. PfarrReg Heubach, Heiligen-Rechnung
1653/54. Debler, Chronik IV, 603.

Ramser Hans, Schnitzer und Maler, „schiftete und
faßte von 1560/61-1563/64 für den Stuttgarter Hof 18
Gemsenhörnlein, Hirsch- und Demlingsköpfe (Damhir-
sche?), zum Teil mit bilden, ebenso sein (Gmünder)
Landsmann Wolf Rampfer 1560/61“. (s. Folg.)
- Wolf, Maler (und Schnitzer?) 1560/69, wahrsch.
Verwandter des vorigen Hans Ramser, dessen Fami-
lienname auch Ranser, Rambser, Rampfer geschrieben
ist. 1544 zahlt die Stadt Gmünd dem Wolf Ramser umb
die färb, so zu der Cappel uff Sant Lienharts kirchhoff
er fir das Crucifix praucht warth, 1 fl 2 Ort 2 ß 4 h.
1566/68 zinst er der Leonhardspfründe aus seinem Gar-
ten in der Siechgasse 4 ß.
StadtR 1544, 121. UAL 109. - Fleischhauer. Renaissance, 149.
Ramser (Ranser) Philipp, Kunstmaler 1673 in Wien,
Sohn des Folgenden, in den Gmünder Matrikeln jedoch
nicht genannt. Wendet sich als Kunstmaler zu Wien,
bei St. Ulrich wohnend, zusammen mit seinen beiden
Schwestern Ursula und Katharina an die Stadt Gmünd
wegen Ausbezahlung der elterlichen Erbschaft. Künst-
lerische Arbeiten R.s in Wien nicht nachzuweisen, der
dort als Geburtsort Ried in Bayern angegeben hat.
- Rochus, Maler, Stättmeister und Bürgermeister,
*1569, cd 1598 Maria Lindenmayer (4 Kinder?), t
12.3.1643, begraben 14.3.1643 den Ehrenvest Ersam
und weisen Herrn Rochus Ramser, Burgermaiser alhir
gewesen. Hatt sein Rhuo Betlin in unser frawen Pfar-
kürchen beym Stam Jessen altar, wölchen altar Er hatt
lasen fassen oder Renovieren. Hatt zwar nit Erlebt biß
er von dem Mahler ist außgemacht worden, seines al-
ters 74 Jar. Sein Haus am Markt. Zinst 1618 aus sei-
nem Garten in der Siechgasse (vgl. Wolf Ramser) 2 fl 7
b 2 kr. 1639 verkaufen er und der Hafner Hans Ar-
gauer* ihre Behausung mit Schmiedmeisterschaft in der
Schmiedgasse an den Schmied Lorenz Hölzle. 1640
steuert Bürgermeister R. uffm Markt den vergleichs-
weise hohen Betrag von 21 fl.
Die Quellen zeichnen das Bild eines angesehenen
Mannes in den Ämtern des Ratsherrn, Obrist Stättmei-
sters (1635, Sold 38 fl) und Bürgermeisters (ab 1637).
Sein 1600 geborener Sohn Georg Wolfgang wird von
Georg Wolfgang von Woellwarth aus der Taufe geho-
ben. R. vertritt Gmünd 1640 auf dem Reichstag zu Re-
gensburg, wofür ihm die Stadt 1641 45 fl verehrt. Er
muß wohlhabend gewesen sein; 1639 hat er je 200 fl
Guthaben bei der Stadt und dem Spital, 1641 100 fl bei
Melcher Poppier, Wirt zum Schwarzen Bären, 50 fl bei

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