Kissling, Hermann ; Stadtarchiv <Schwäbisch Gmünd> [Editor]
Künstler und Handwerker in Schwäbisch Gmünd 1300 - 1650 — Schwäbisch Gmünd, 1995

Page: 171
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Ratgeb Jörg

Fuhrmann Hans Krauss jung und 600 fl bei Ratsherr
Johann Mößnang.
Belege seiner Malertätigkeit: 1607 malt er die von dem
Uhrmacher Hans Klöck* für Spraitbach gefertigte Uhr
(wahrsch. das große Zifferblatt der Turmuhr). Im glei-
chen Jahr übernimmt er zusammen mit Balthasar Küch-
ler* und Hans Schreiner* das neue Grab in der Pfarr-
kirche zu malen für 150 fl. 1623 erhält er für die Tafel
in die Ratsstube 16 fl 7 b 2 kr und 6 kr Ehrgabe.
FamR VI, 109. SterbeB I, 82“. StadtR 1607 I, 163; 1623 I. 81; 1623
II, 122; 1623 III, 55, 112; 1624,6“, 123“, 131“; 1626,6“, 55, 65“, 104,
112“; 1631, 6“, 61; 1635, 51; 1638, 63; 1640, 117; 1641, 26, 117.
CProt I (1633) 1; I (1635) 170; I (1636) 220; I (1638) 276, 282; I
(1639) 352, 371. LR 1618, 3“, 8“. VPfR 1607 (Kerbzettel). SchatzB
1640/41, 145. KlagB III (17.5.1627). USlg 1615-1619. Debler, Chro-
nik IV, 290; V, 167. PK (Mitt, des Österreichischen Staatsarchives
Wien 1966 an StadtAG).
Ranzer Pankranz, Gmünder Goldschmiedelehrling in
Ulm, steht am Lorenzentag (10. August) 1566 bei dem
Ulmer Goldschmied Matthäus Hofherr um eine Lehr-
zeit von 4 Jahren an.
Häberle, Ulmer Goldschmiede, 40.
Rapp Christoph, Augsteindreher, oo Catharina (1591—
1609 10 Kinder). Anordnung des Rates am 24.7.1590,
R. habe im nächsten Vierteljahr das Meisterstück zu
machen. Dabei solle er sich so verhalten, daß auch den
welchen die müeßige geen, damit sie sein arbeyt nit
sehen oder lernen megen.
FamR VI, 111. RP 1590, 21.
Rapp Hans Beindreher, *1612, oo 1634 Anna Mühl
(1637 1 Kind); zinst aus seinem Haus im Pfeifergäß-
lein. 1677 sind 2 fl 55 kr Zinsschulden aufgelaufen.
FamR VI, 112. SterbeB I, 133. KR 1645-1670, 1677.
Rapp Mathis, Schreiner, ist am 11.10.1590 vom Rat
untersagt, das Haus der Witwe des Nestlers Hans Stahl
kaufen zu wollen, da er es doch nicht bezahlen könne.
RP 1590, 108.
Rapp Sebastian, Beindreher, *1579, m 1604 Anna
Hauer (1605-1614 4 Kinder).
FamR VI, 112. KlagB III (26.4.1630).
Rapp Thomas, Dachdecker. Am 26.4.1584 beschließt
der Rat, die Stättmeister sollen mit ihm über eine jährli-
che Besoldung handeln. 1589 erhält er, der in 12 Tagen
des Spitalschreibers Pfründhaus deckt, 3 b Taglohn und

sein Mörtelknecht 7 kr. 1590 zahlt die vac. Pfründe R.,
seinem Sohn und dem Mörtelknecht für 3 Tage Decker-
arbeiten 2 fl 3 b 1 kr.
FamR VI, 111. RP 1584, 20. VPfR 1589, 58; 1590, 59.
Rapp Thomas, Armbruster, *1564, erhält 1618 12 fl
Jahressold, t 3.2.1634, der Armbrustschützen Ristmei-
ster gewesen.
SterbeB I. 21’. ZBB 1618, 94.
Rapp Thomas, Beindreher, 1586 sein Haus mit Gärt-
lein in der Waldstetter Vorstadt.
VPfR 1586, 55. LaBVPfl, 22’.
Rapp Wolfgang (Wolf), Beindreher, wahrsch. Sohn
des Vorigen, t» 1606 Anna Wenger (1608-1624 7 Kin-
der), Behausung Auf dem Acker (?).
FamR VI, 112. KlagB III (23.3.1623). Debler, Chronik I, 539.
Ratgeb Jörg, Maler, *um 1480 Gmünd, t 1526 Pforz-
heim. Zülch nennt Herrenberg seinen Herkunftsort,
Fraenger/Deibele sprechen mit überzeugenden Argu-
menten für Gmünd als Vaterstadt, gestützt auf Gmünder
Archivalien, in denen öfters der Familienname, aller-
dings der Name des Malers nie erscheint, doch in einer
Frankfurter Bürgermeisterliste von 1586. Dessen Ver-
fasser Nikolaus Frosch (1555-1616) vermerkt beim
Jahr 1515 in einer Marginalie: An [15] 75 in diesem
jahr ist der creitzgang zum Carmeliten Durch I. R. M.
[Jörg. Ratgeb. Maler] vo Schwebisch gemüdt gemalt
worden.
Die wichtigsten seiner gesicherten Werke: 1510 Katha-
rinenaltar der ev. Stadtkirche Schwaigern, 1514 17
Wandbilder im Kreuzgang und Refektorium des Frank-
furter Karmeliterklosters, insgesamt 600 m2, die mo-
numentalsten deutschen Wandmalereien der Dürerzeit,
1518/19 Herrenberger Hochaltar (Staatsgalerie Stutt-
gart), ein Werk von den Maßen des Isenheimer Altares,
schließlich wenige Zeichnungen im Dresdener Kupfer-
stichkabinett.
Hier lediglich Anmerkungen zu den beiden Problemen
Ratgeb und Gmünd und Ratgebs Frühwerk. Seine Schu-
lungsjahre liegen völlig im Dunkeln. Läßt man jede
Mutmaßung darüber gelten, ist er in alle Himmelsrich-
tungen ausgezogen. „Der Hausbuchmeister und Grüne-
wald regten offenbar entscheidend an, aber auch die
Malerei Flanderns und Venedigs muß er gekannt
haben“ (Stange), auch in Bamberg soll er sich aufgehal-
ten haben (nach Sitzmann, der auch sagt, der Bamber-
ger Maler Jörg Glaser, t 1516, habe Ratgeb bei den

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