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Vogt Johannes

Der Sohn des Analphabeten Caspar Vogt II muß mehr
als eine handwerkliche Ausbildung genossen haben,
denn er arriviert zum Senator, befaßt sich auch mit der
Historie seiner Heimatstadt. Am 15.2.1674 übergibt er
dem Löbl. Magistrat das Porträt des Friedrich unoculi
Herzog von Schwaben, [ . . . ] eine wahre Contafe des
Fundator dieser Stadt Schwäbisch Gmünd. Es hangt
auf der Grät in der Ratsstuben. Das Portät ist 1 Schuh
hoch und 10 Zoll breit (Debler). Als weitere Dedicatio
überreicht der MitRathsfreund eine selbstverfaßte
Chronik Gmünds. Sie enthält zwar reichlich Exzerpte
anderer chronikalischer Schriften, doch auch substanti-
elle eigene Beobachtungen und Überlegungen. Unter
der Kapitelüberschrift Folgen etliche Antiquitaeten all-
hier zählt er gewissenhaft die Burgen und Burgställe
der Umgebung, dazuhin die adeligen Stadtwohnsitze
auf, beschreibt auch altes Gebäu, so das Mauerwerk
und die seinerzeit schon vermauerten wunderlichen
Aufgänge und Fenster des Hauses von Bürgermeister
Johan Meßnang. Die Fuggerei veranlaßt ihn gar zu ei-
nem stilkundlichen Exkurs: In der Fuggerey, in dem un-
teren steinern Stockwerk gegen die Pfarrkirche, ist zu
sehen ein Eingang gleich einer Kirch Thürn desglei-
chen Fenstergestell, wie man pflegt in die Kirch zu ma-
chen, meines erachtens ist kein Kirch gewesen, hat es
aber sollen sein werden. Sehr fundiert klingt das heute
nicht, aber geben wir Friedrich Vogt die Ehre, der erste
Gmünder zu sein, von dem wir bauhistorische Äuße-
rungen kennen.
Sein Sohn Sebastian, ebenfalls Steinmetz, versieht in
der dritten Generation das Kirchenmeisteramt (*1654,
cd 1677 Catherina Rauscher, 1680-1696 11 Kinder, t
30.5.1703). Behausung auf dem Entengraben (1685).
1677 erstmalig in der Stadtrechnung, die ihn ab 1673
namentlich führt, als Kirchenmeister erwähnt. Baut
wahrsch. 1677/78 die Josephskapelle und 1698 das
Schiff der kath. Kirche St. Markus (Klein-)Eislingen
(1893 durch Neubau ersetzt). Im Museum Gmünd ein
Quader von 1701 mit Kartuschenzier und seinem
Steinmetzzeichen .
FamR VIII, 181 f„ 218, 220. SterbeB I, 168; II 137. StadtR 1648 I, 64
ff.; 1648 II, 61 ff., 77’; 1649 I, 78’, 80 ff.; 1649 II, 63; 1650 I, 67 ff.;
1650 II, 68’, 80 ff.; 1653, 98, 114, 118, 123 ff.; 1663 I, 62, 79’ ff.;
1663 II, 60, 78’ f.; 1664, 46, 60’, 76-80; 1667, 72’, 89’ f., 92’; 1672,
64 f„ 83, 85; 1673 I, 97’; 1673 II, 91. 93, 116; 1674 I, 64' 66’ 85’ ff.;
1674 II, 71. VPfR 1654, 125. CProt II (1656) 433; III (1663) 400.
SchB 1645. RBWa 134. StadtA Heubach, Heiligen-Rechnung, B I,
3-4. UAL S. 60 f. Vogt, Chronik. Debler, Chronik I, 29 f.; V, 159.
Weser, Berufsstände 37. PK. - Klemm, Baumeister 191. - Klaus,
Künstler I, 244 f. - G. Keck, Das grüne Haus, GHB11 4/1935. - Klein,
Caspar Vogt. - H. Kissling, Zur St. Josephskapelle, UAL S. 65. -
Ders., Münster, 141. - Ders., Kloster Lorch, 208.

Vogt Hans, Steinmetz und Soldat, *1585 (Eltern Mar-
tin Vogt und Maria), od 1609 Catharina Küng
(1610-1632 8 Kinder), t 15.7.1632.
FamR VIII, 178. SterbeB I, 14.
Vogt Johannes (Hans), Maurer und Decker, cd 1624
Margaretha Beyrer (1625-1634 5 Kinder), t 16.9.1666.
Kauft 1635 die Behausung der Brüder Hans, Leonhard
und Lorenz Rentsch im Pfeifergäßle um 110 fl, steuert
1640 im Wildeck 3 Ort. Arbeitsnachweise ab 1628:
Hans Vogt Maurer, so er und sein Mertelrierer verdient
hat 8 b. Später etliche Aufträge der Stadt, vac. Pfründe
und Katharinenpflege. 1648 Lorenz Seckhelin* und
Hans Vogt für 68 stuckh stain 8 fl 7 b 2 kr [1 Stein 7,5
kr]. 1649 „Hans Vogt et Consorten für 115 stuckh stein
13 fl [Stein 6,8 kr] - dem Kirchenmeister Friedrich
Vogt*, Hans Vogt und Mertelknecht 13 fl 1 b 2 kr. 1650
Stoffel Baumhauer*, Hans Vogt und Lorenz Seckhelin*,
von 100 stuck Stein zu brechen zu 7 1/2 kr= 12 fl 7b 2
kr. 1656 [in St. Katharina] Hans Vogt Maurer vermög
3er Zettel bezahlt 20 fl 9 b 2 Kr [. . .] An der Feierwand
in der neihen Stuben und an meiner Chamer [Kammer
des Hofmeisters] mit weissen verdient haben: Hans
Vogt 2 Tag, Melchior Schlecht* 2 Tag, mertelrührer 1
Tag = 1 fl 12 b 2 kr, mehr gibt Hans Vogt die weißne
her und die schwarze färb darfir - 14 kr. 1658 bauen
im Auftrag der Katharinenpflege Matthäus Abele*,
Zimmermann von Herlikofen und V. in Weiler in den
Bergen auf dem Gut des t Hans Deyber ein Haus mit
Scheune. Jeder erhält zum Arbeitslohn noch 2 Malter
Dinkel. 1661 weißt V. die Kapelle St. Katharina, deckt
sie und das dortige Badhaus neu. 1662 macht Hans
Vogt in der Kirchen [St. Katharina] dem Maler Stoffel
Christoph Friedel* ein Christ [Gerüst] und die finster
geweist und die kirchhof Diren schwarz gemacht. Item
in des Hofmeisters Haus dem Herts gemacht und blaten
gestoßen, duott 1 1/2 dag = 9 b und der Mertelrierer 1
1/2 Dag - 5 b 2 1/2 kr. 1663 erhalten Hans Vogt und
andere Maurer, so an der Rembs bruckh gearbeitet, 7 fl
5b. 1664 zahlt die Stadt dem Kirchenmeister Friedrich
Vogt* und Hans Vogt für eine im Taglohn abgerech-
nete Arbeit 5 fl 3 b. 1664/65 arbeitet V. mit am Bau des
Remswehres und der dortigen Rinderbacher Mühle.
Sein Taglohn 20 kr, Knecht 18 kr, Mörtelrührer 12 kr.
Sie brechen zusammen mit dem alt Pflästerer, Söckhe-
len* und Consorten Steine. Ihr Behauen zu Quader-
stuckh wird mit je 5 kr berechnet. Dazuhin erhält V. vor
12 buechstein stuckh zue 3 Laden gestell [der Mühle]
und selbige zu hawen 6 fl.
FamR VIII, 181. SterbeB I, 146. StadtR 1640, 117; 1648 I, 78‘; 1648

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