Kunst und Künstler: illustrierte Monatsschrift für bildende Kunst und Kunstgewerbe — 6.1908

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PAUL CEZANNE, LANDSCHAFT

ERINNERUNGEN AN PAUL CEZANNE

VON

EMILE BERNARD

PAUL CEZANNE, SELBSTBILDNIS

An jeder Seite der Thür hingen Glocken; auf
einem Schilde las ich: Paul Cezanne. Hier
war es. Endlich sollte mein seit zwanzig Jahren
gehegter Wunsch seine Erfüllung finden! Ich
schellte vorsichtig, die Thür öffnete sich von selbst,
und ich befand mich in einem freundlichen Flur,
durch dessen Fenster man auf einen sonnigen
Garten und epheubedeckte Mauern blickte. Vor
mir war eine breite Treppe, die ich hinaufzusteigen
begann. Kaum war ich einige Stufen gegangen,
als ein Greis mit dem Gesicht eines alten Generals
mir an einer Biegung entgegentrat. Er trug eine
weite Pellerine und an der Seite eine Art Jagd-
tasche. Sein Gang war mühselig und schwerfällig,
die Haltung gebückt. Als ich neben ihm war und
meinen alten Lehrer in ihm zu erkennen glaubte,
obwohl mir die Ähnlichkeit mit dem Porträt von
Pissarro zweifelhaft schien, redete ich ihn an:

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