Kunst und Künstler: illustrierte Monatsschrift für bildende Kunst und Kunstgewerbe — 7.1909

Seite: 281
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Ehrfurcht vor den Schicksalen der Kunstbegabung hin-
weggehen.

Neue Arbeiten, die Hofer bei Fritz Gurlitt aus-
stellte, zeigen diesen ungemein begabten Künstler in
sehr erfreulicher Entwickelung. Es scheint, als hätten
wir in Hofer das stärkste und sensibelste Talent der
neuen Jugend zu begrüssen. Der einstige Böcklin-
schüler ist von Rom zu längerem Aufenthalt nach
Paris gefahren, und hat dort Cezanne, Delacroix, Poussin
und die jüngsten Franzosen ebenso selbständig ernst
studiert, wie er in Italien die Antike und Marees ge-
gesucht hat. Das Resultat, niedergelegt in einer statt-
lichen Reihe neuer Bilder, ist eine sehr suggestive und
eigentümliche Harmonie von Linie und Farbe und
eine ganz verinnerlichte dekorative Haltung. Das
deutsch-römische Stilprinzip beginnt nun in schönster
Weise flüssig zu werden und in allen Farben unmittel-
barer Sinnlichkeit zu schillern. Hier haben wir eine
Kraft, die, wenn sie so fortschreitet viel erreichen wird.
Hofers Werkzeug belebt sich von Jahr zu Jahr mehr.
Sein Pinsel ist wahrhaft lebendig. Aus den neuen Ar-
beiten messt Einem etwas ursprünglich Musikalisches
entgegen; der Wille blüht und glüht in neuen schönen
Formen. Es wird in der Folge noch viel von der wahr-
haft edlen Kunst dieses unaufhaltsam Werdenden zu
sprechen sein.

Von dem Genossen Hofers, dem Bildhauer Haller,
der zu gleicher Zeit bei Paul Cassirer Neues und Altes
ausstellte, ist solche starke Entwickelung nicht zu mel-
den. Doch sind die Grundelemente auch bei diesem
Künstler so solide und gesund, dass aus dem schönen
Anfang das Bedeutende entstehen kann.

Das Grossherzogliche Museum in Weimar hat die schöne
Monumentalplastik Richard Engelmanns „RuhendeFrau",
die in der Secessionsausstellung 1908 zu sehen war, er-
worben.

Am 24. Februar, wo Franz Skarbina sein sechzigstes
Lebensjahr vollendet, wird in Caspers Kunst-Salon eine
umfassende Ausstellung seiner Arbeiten, mit Gemälden,
Aquarellen und Zeichnungen aus den verschiedenen
Epochen seiner Thätigkeit, eröffnet.

Hagen. — Seit Jahren müht sich Osthaus in dieser
schwarzen Stadt der rauchenden Erde für die Kunst
in ihrer höchsten Verfeinerung eine Statte zu schaffen.
Im „Folkwangmuseum" sammelt er mit Vorsicht und
reifendem Geschmack. Letzthin wurden spanische
Fliesen von grosser Seltenheit und kostbarer Schönheit
erworben. Das Interesse aller Kunstfreunde verdient
die Villenkolonie, die ausserhalb der Stadt in beneidens-
werter Hochlage erbaut wird. Die Aufteilung des
Terrains besorgte Peter Behrens, sie ist grosszügig und
rechnet einheitlich mit den starken Akzenten, den sich
türmenden Hügelmassen, den freien Ausblicken. Van
de Velde baute das Haus Osthaus; es wurde das reifste
Werk des Künstlers. Die Gesamtanlage enthüllt ein

wundervolles Gefühl für edle Wohnkultur; der Grund-
riss ist überaus geistreich; die Details offenbaren das
vibrierende Leben einer sich immer mehr konzen-
trierenden Leidenschaft. Das Haus steht in der Land-
schaft wie gewachsen: die heimischen Materiale, Bruch-
stein und Schiefer wurden verwandt. Einige weitere
Häuser errichtet Peter Behrens. — Nicht fern davon,
tiefer im Tal, baut Riemerschmid sehr vernünftige und
einwandfreie Arbeiterhäuser.

TTamburg. — Commeters Kunsthandlung stellte einige
neue Arbeiten des talentvollen Arthur Illies aus.
Die Bilder geben Motive aus Hamburg in einer Weise
wieder, die vermuten lässt, dass diese unermüdliche
Begabung ihr letztes Wort noch längst nicht gesagt hat.

KARL HOFER, PORTRAT

AUSGEST. BEI FRITZ GURLITT, BERLIN

I" eipzig. — Das Völkerdenkmal wächst langsam aber
stetig empor. So problematisch es auch ist, über eine
werdende Architektur zu urteilen, so darf es in diesem
Falle doch geschehen. Die Wahrscheinlichkeitsrechnung
des kritischen Erwägens findet überdies an den hinlänglich
bekannten Entwürfen ein Rückgrat; so ist es nicht allzu
schwer, aus dem Embyro sich die Ganzheit des Werkes
vorzustellen. Es wird, es muss misslingen. Schon dar-
um, weil der Standpunkt ein sehr unglücklicher ist;
rechts die langgezogene, romanische Grabkapelle, links
der Turm und ringsherum die Strassenzüge werden
niemals einen Eindruck aufkommen lassen, der nur in
der Einsamkeit einer ungeheuren Fläche sich entwickeln
könnte. (Man gedenke der Pyramiden.) Dazu kommt,
dass schon heute das Geschiebe, das barocke Gewirr so
unruhig wirkt, dass nichts mehr zu retten sein dürfte.

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