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die weite Meeresfläche und die freie Himmelshöhe
vor sich, — „die beiden Komponenten, in deren
Begreifen das Rätsel aller Grösse der Landschafts-
malerei gelegen ist", wie er sagte. Hier verliefen
seine täglichen Spaziergänge, die er, so lang es nur
ging, dem schwächlichen Körper abgetrotzt hat.
Und hier setzen auch die zwei Schilderungen ein,
die sich dem übrigen, im Deutschen schon bekann-
ten literarischenWerk des Meisters anschliessen. Die
eine geht dem Sommertreiben des Strandes und dem
herbstlichen Sturmleben des Meeres nach, die andere,
die hier folgt, giebt den Morgenweg des Einsamen,
die kleinen Wunder und das grosse Entdcckcrglück.
Es ist ein schlichtes Ding und im Schlichten nur
liegt sein Hinweis ins Grosse. Es bietet sich in
brüchiger Form und in schwerfälligem Ausdruck;
aber man würde den plastischen Willen, die Naive-
tät der Aufnahme, Frische, Bewegung und Schalk-
haftigkeit verfälschen, wollte man es glätten. Es
ist nur merkwürdig darin, woran das Auge haftet
und wie sich ihm die Erscheinung bietet. Dann
etwa noch, wie das Herz in die Sache dringt und
ihm seine Banalität nimmt. Wie das Alltägliche
zum malerischen Ereignis wird. Wie alles Feste im
Lichte fliesst und Pracht gewinnt. Kurzum, wie
ein holländischer Maler der Natur seiner Heimat
an den Leib rückt. Einer, der Israels heisst und
etwa achtzig alt ist, als er das niederschreibt. Die
Landschaft, interpretiert vom Meister des Interieurs.
Es ist gewiss vom Wesentlichsten, was der
Schriftsteller Israels je gesagt hat, — nicht nur für
sich, sondern für die ganze Reihe, in der er steht.
JOSEF ISRAELS, DER SAN'DSCHIFFER
Am Morgen früh auf, das macht frisch, — gut
Wetter oder keins, es muss spaziert werden.
So nahm ich auch heute meinen Hut und Stecken,
und hinaus auf die Strasse.
Zu meinem Glück, die liebe Koninginncgracht
hat ihr Odeur noch nicht verbreitet, doch ich eile,
die lange Häuserreihe, die mir nichts sagt, hinter
mich zu kriegen. Aber bin ich nur einmal über
die Brücke, die nach dem Wassenaarschen Weg
führt, dann steh ich still, denn .... ich bin schon
„draussen".
Sollte man's glauben? Hart bei der Stadt hat
man hier linkshin weitgedehnte Weiden und in der
Ferne grenzen hohe, schöne Baumformen daran. Da
laufen und liegen und grasen die Kühe, bunte und
braune, und staffieren den köstlichen Teppich. Vor
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vor sich, — „die beiden Komponenten, in deren
Begreifen das Rätsel aller Grösse der Landschafts-
malerei gelegen ist", wie er sagte. Hier verliefen
seine täglichen Spaziergänge, die er, so lang es nur
ging, dem schwächlichen Körper abgetrotzt hat.
Und hier setzen auch die zwei Schilderungen ein,
die sich dem übrigen, im Deutschen schon bekann-
ten literarischenWerk des Meisters anschliessen. Die
eine geht dem Sommertreiben des Strandes und dem
herbstlichen Sturmleben des Meeres nach, die andere,
die hier folgt, giebt den Morgenweg des Einsamen,
die kleinen Wunder und das grosse Entdcckcrglück.
Es ist ein schlichtes Ding und im Schlichten nur
liegt sein Hinweis ins Grosse. Es bietet sich in
brüchiger Form und in schwerfälligem Ausdruck;
aber man würde den plastischen Willen, die Naive-
tät der Aufnahme, Frische, Bewegung und Schalk-
haftigkeit verfälschen, wollte man es glätten. Es
ist nur merkwürdig darin, woran das Auge haftet
und wie sich ihm die Erscheinung bietet. Dann
etwa noch, wie das Herz in die Sache dringt und
ihm seine Banalität nimmt. Wie das Alltägliche
zum malerischen Ereignis wird. Wie alles Feste im
Lichte fliesst und Pracht gewinnt. Kurzum, wie
ein holländischer Maler der Natur seiner Heimat
an den Leib rückt. Einer, der Israels heisst und
etwa achtzig alt ist, als er das niederschreibt. Die
Landschaft, interpretiert vom Meister des Interieurs.
Es ist gewiss vom Wesentlichsten, was der
Schriftsteller Israels je gesagt hat, — nicht nur für
sich, sondern für die ganze Reihe, in der er steht.
JOSEF ISRAELS, DER SAN'DSCHIFFER
Am Morgen früh auf, das macht frisch, — gut
Wetter oder keins, es muss spaziert werden.
So nahm ich auch heute meinen Hut und Stecken,
und hinaus auf die Strasse.
Zu meinem Glück, die liebe Koninginncgracht
hat ihr Odeur noch nicht verbreitet, doch ich eile,
die lange Häuserreihe, die mir nichts sagt, hinter
mich zu kriegen. Aber bin ich nur einmal über
die Brücke, die nach dem Wassenaarschen Weg
führt, dann steh ich still, denn .... ich bin schon
„draussen".
Sollte man's glauben? Hart bei der Stadt hat
man hier linkshin weitgedehnte Weiden und in der
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