Kunst und Künstler: illustrierte Monatsschrift für bildende Kunst und Kunstgewerbe — 10.1912

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ich Bekanntschaft gemacht — ich bedarf es nicht

— an Dir ist mein Gruss wenn der junge Tage an-
bricht, und ich vor dem Frühstück meinen Spatzir-
gang längst der wogenden See mache, die mir schon
recht befreundet ist, so ist mir es als gingst Du mit,
und mein ganzes Wesen ist so von Dir ergriffen
dass ich in Wahrheit laut zu sprechen anfange und
das Beste was die See in der Nacht ausgeworfen
zurückgelassen wird Dir gezeigt, erklährt — ich
höre dann das Donnerähnliche Getose der Bran-
dung in nächster Nähe nicht, ganz Dir, mein Leben

— das liebe Bild, als ich vom Vater gemalt nach
diesem schauen musste, und links von seiner Seite,
Dich Geliebte in jenem Sessel sitzend, mit Deiner
Arbeit, mit Deinen leuchtenden Augen voller Liebe
für mich selbst in hinreissender Lieblichkeit — da
der lose Zufall gefällig mir auch mehr der schönen
Reize meines Himmelsmädchens zeigte - dies rei-
zende Bild und vielen hunderten Maria mein, treh-
ten lebhaft und mit freudiger Ungeduld in meine
glühende Phantasie —■ was kann da der Ocean
machen, und wenn er mich auch i mal den Tag
den Kopf auf die derbste Weise schüttelt und an
die 30 mal mich dermassen über und über schüttet
mit seinem 1 2 — 1 3 Grätichen Wasser so legte sich
dieses glühende Verlangen nach Dir nicht — viel-
mehr jubelte ich jedesmal wenn so eine Woge über
mich hinweg gegangen, und das Seewasser dass er
mir in seinem Uebermuth in den Mund gezwungen,
wie ein junger Walfisch in die Höhe gespritzt
Deinen lieben Namen, und empfange dann unmittel-
bar nachher die fernere Welle. — So lebe ich hier,
meine geliebte Marie, Dein in voller Liebe und Er-
innerung und in der Freude Dich bald an mein
Herz zu drücken — ver-
stehst Du auch mein

Herz wie das Letztere
gemeint ist: ich lasse
dann meine Arme nicht
wieder los Du bist

obgleich Königin über
mich und doch meine
Getangene aber so
wahrhaftig wie Gott
uns gegenwärtig ist,
sollen diese Bande nie
Dir Kummer nie Dir

.-.

drückend werden — Du mein Leben nur für
Dich bin ich da! Ich habe morgen meine

12 Bäder genommen — dann nehme ich noch
1 o Bäder und die Zahl einer ordentlichen Cour
ist vollständig und da kann ich ganz gut bis zum
21 — 22 Septbr. mit fertig werden und Alles Ueb-
rige wird schnell abgemacht, und wie voraus er-
kannt werde ich mit letztem Septbr. schon bei Dir
sein.

An seine Frau.

Düsseldorf, den 6ten Mai 1852.

Meine liebe Maria.---------Ja, dieser Brief des

vergangenen Sonntags, geliebte Maria ist mir auch
tief in meinem Herzen aufgenommen und hoffe ich
zu Gott dass mir auch ein frisches Leben und Wir-
ken für uns Beide vereint, — zu Theil werde —
aber besonders für Dich, meine liebe Maria; —■ Du
kennst nun mein reizbares Gemüth und wirst es
begreifen können, dass ich während dieser Zeit auch
zum Schreiben nicht mich aufgelegt fühlte; da habe
ich nun auf dringendes Zureden meiner Schwester
im eigenen Gesundheits Zustand, von gestern Mor-
gen eine kurtze Reise nach Cöln gemacht; — ich
wollte eigentlich nach Bonn, im Augenblick der
Abreise empfiehlt mir der Arzt meiner Mutter für
meinen Zustand den bekannten und geschätzten
Sanitätsrath Königs in Cöln; - diese Reise war
bald gemacht, und ich erinnerte mich auch dieses
tüchtigen Arztes schon längst mit seinem Berühmt-
sein zu kennen - habe demnach nun auch, Gott sei
gedankt, meinen Zweck erreicht, in mir die Persön-
lichkeit dieses Arztes bei seiner bedeutenden medici-
nischen Erfahrung sehr Vertrauen erregend und theil-
nehmend sich ausspricht. Er hat mir vollständige

Heilung bei treuer Be-
folgung seiner Mittel
versprochen.
N. S.

Ich hätte Dir noch
Manches zu sagen aber
der Arzt hat auf einige
Zeit mir jede längere
Kopfanstrengung ver-
sagt; verzeihe daher
wenn ichkürtzer an Dir
schreiben werde. —

Dein Alfred.



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ALFRED RETHEL, DON QU1XOTE. ZEICHNUNG. l8j

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