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Alle Rechte für sämtliche Artikel und Illustrationen Vorbehalten.

Copyright 13/9 1914 by A. Hofmann & Comp, in Berlin.

Zeitgemäßer Wochengesang

Geruhig ziehst du deine Bahnen,

Du Strom der -Ströme, deutscher Rhein.
Denn wir, umweht von Siegesfahnen,
Gehn ins Franzosenland hinein.

Fest unser Mut und unsre Wehre,

Treu unser Herz, rein unsre Hand.

Wir schirmen dich und deine Ehre,

Am Rhein, am Memelfluß, am Meere,
G Vaterland!

Der Kaiser rief, und alle kamen.

Das Volk, es drängte sich zuhauf.

Ein Beten stieg, ein brausend Amen
Auf Adlerschwingen himmelauf.

Nun stehen wir, gefällt die Sperre,

Wie einst die Schar der Väter stand.
Gott ist mit dir und deinem Heere
Am Rhein, am Memelfluß, am Meere,
G Vaterland!

Zeitgemäßer Wochengesang

Und mögen sich die Feinde schleichen,

Wie Schlangen rings in deine Welt,

Wir jagen sie mit mächtigen Streichen;
Zum Ehren- wird dein Ährenfeld.

Die Ernte reift, die segenschwere,

Wie nie auf deiner Flur sie stand,

Daß deines Ruhmes Schatz sich mehre
Am Rhein, am Memelfluß, am Meere,

G Vaterland!

Das Feuer glüht, ihr wackern Schmiede!
Nun hämmert, wie es nie geschah —

Wie funkelt dann, kommt einst der Friede,
Der Kronreif dir, Germania!

Sie dachten, wie man dich versehre,

Zu eigner Schmach, zu eigner Schand'!
Du aber bliebst das alte, hehre,

Am Rhein, am Memelfluß, am Meere,

G Vaterland!

P. W. Kladderadaifch

Poincares Abschied

tzört ihr den Sturm der Geschütze erdröhnen?
Mer soll der Lorbeer des Siegers mich krönen,
tzier, wo die Banner des Vaterlands wehn!
tzier will ich ewigen Ruhm mir erwerben.
Kann ich nicht siegen, so will ich hier sterben,
tzier will ich stehn oder untergehn.

Sterben will ich, doch nicht gänzlich,
Dieses wäre mir zu brenzlich,

Sprach bescheiden Poincare.
tzilft mir Brite oder Russe?

Sichrer ist's schon weit vom Schüsse!
Drum ist's besser: Sauve qui peut.

Schließt auch der Feind seine eisernen Klammern
Rings um die Stadt, so will ich nicht jammern,
Glück oder Unglück — ich trage es stark.

Ob mich die Feinde auch zwingen zu hungern,
Ob mich auch finstre Rebellen umlungern,

All das veracht' ich wie wertlosen Quark.

Aber sicher ist doch sicher,

Schließlich bin ich doch kein Blücher,

Und ich fall' nicht gern hinein.

Mutter, nimm nur aus dem Spinde
Meines Leibes wollne Binde,

Pack' sie in den Koffer ein.

Treu den geliebten Penaten und Laren
Zogen die lakedämonischen Scharen
Einst bei Thermopylä zum Paradies.

Ach, wie beneid' ich das Schicksal der Krieger,
Denn sie verdunkeln den Ruhm selbst der Sieger.
Ja, für das Vaterland sterben ist süß!

Aber ohne jedes Beben
Für das Vaterland zu leben,

Dieses ist nicht minder süß.

Drum mit still bescheidnem Sinne
Mache ich mich lieber dünne.

Lebe wohl, du mein Paris!

Kladderadatsch

AL Fr.
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