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Müller. Kennste den Unterschied zwischen Fausten und
eenen Russen?

Schultze. Ach, quatsch' doch nich so'n Blech.

Müller. Det is jar keen Blech nich. Faust sagt: Der Kasus
macht mir lachen; aber den Russen macht nich jeder
Kasus lachen, z. V. der Kau-Kasus nich.

Schultze. Det stimmt. Dafür gibt ihm der Kau-Kasus
ordentlich wat zu kauen uff. kr.

Müller. Wat forn Unterschied is eijentlich zwischen schlapp
un flott?

Schultze. Mensch! Willste mir uzen? Det is doch det
konträre Jejenteil!

Müller. Wat du sagst! Kiek mal nach England, da jiebt
et eene schlappe Flotte, die eene flotte
Schlappe nach die andere erleidet! w.

Müller. Schultze, kannste jut Rätsel raten?

Schultze. Ra ob!

Müller. Also, paß Achtung: Wer hat weniger als nischt?

Schultze. Wennste an Verstand meenst, denn jedenfalls du —
sonne dumme Frage!

Müller. Ra, ick seh' schon, du bist zu dämlich, denn muß
ick et dir woll sagen: Der König von Serbien hat
weniger als nischt, denn er hat bloß Risch un
det ooch woll nich mehr lange — stimmt's?

Schultze. Müller, ick bewundere dir.

Hindenburgiana

tr. Generalfeldmarschall ist Hindenburg schon geworden.
Run aber muß ihm auch noch als einem berühmten Mediziner
der Titel Medizinalrat oder Sanitätsrat zuteil werden.
Welcher Doktor hat mit einem solchen Erfolge wie er
Moorbäder verordnet?

Merkwürdig, daß Hindenburg sich so oft verrechnet.
Immer stellt es sich heraus, daß es noch 20000 bis 100 000
gefangene oder gefallene Russen mehr sind, als er zuerst
veranschlagt hat. Er sollte deshalb zum Rechnungsrat
ernannt werden.

Natürlich winkt ihm der Fürstentitel auch noch, es
muß das aber ein ganz besonders hübscher Titel sein. Als
solcher wird von unserm Biermörder „Fürst von Thorn"
vorgeschlagen.

Englands „Bulwark"

John Bull un sin Vulwark,

Wo bliwwt sin grot Mulwark! h. b.

D 2n der englischen Presse macht ein für die Sicherheit
seines Vaterlandes besorgter Engländer darauf aufmerksam,
daß die von Deutschen in und bei London angelegten
Tennisplätze asphaltiert seien: dies sei offenbar geschehen,
um sie als Stützpunkte für deutsche Geschütze zu verwenden.

Um Gottes willen! Da haben die Engländer dies
also doch herausgekriegt! Alle unsere Vorsicht war-umsonst.
Wir hatten den Inhalt von vielen tausend Fässern Kölnisches
Wasser in die Asphaltmasse hineingeschüttet, damit man den
Asphalt beim Anlegen nicht riecht. Alles vergebens! Die
Engländer haben die Sache doch gerochen. — Dem Himmel
sei Dank, daß sie nicht hinter ein anderes Geheimnis ge-
kommen sind: sie haben nichts davon gemerkt, daß in jedem
deutschen Tennisball ein 42 cm-Geschütz verborgen ick.

Veraiuworilicher Schriftleiter: Paul Warncke in Klcin-Glienickc bei Potsdam. — Verlag

Fliegerlied

Die freie Luft ist unser Neich,

Des Äthers blaue Ferne,

So steigen wir, dem Adler gleich,

Bis an die goldnen Sterne.

Ob auch das Wetter dunkel braut,

Wir find dem wilden Sturm vertraut,
Dem Erdenlastbesieger —

Wir sind des Kaisers Flieger!

Breit find die Flügel ausgespannt,

Ihr Kampflied braust die Schraube;

Tief unten bangt des Feindes Land
Vor dieser wilden Taube;

Es bangt vor jedem Strahl des Lichts,
Doch unserm Auge birgt sich nichts —
Nicht Feste, Wall noch Krieger —

Wir sind des Kaisers Flieger.

Wir schweben durch den Himmelsraum,
Indes wir Tod versenden.

Wir halten, alter Zeiten Traum,

Die Zukunft in den Händen!

Ob man die Heimat wiedersieht?

Der Motor surrt sein Eisenlied —
Komm', Tod, du grimmer Tiger!

Wir sind des Kaisers Flieger!

Im Osten glüht ein Purpurglanz:

Die Welt wird bunt und bunter,

In Wolken flammt ein Strahlenkranz,
Wir holen ihn herunter.

Vom Himmel holen wir den Nuhm —

0 Glück und deutsches Heldentum,

Du Tod- und Notbesieger! —

Wir sind des Kaisers Flieger! p.w.

Weihnachtspräfent für unsere Feinde im Gsten.

- Vielleicht möcht' Iwan mal versuchen
Von diesen — Thorner „Pfefferkuchen".

von A. Hofmann L Comp., Berlin SW. 68. — Druck von Hemprl & Co. G. m. b. H., Berlin,

Hierzu drei Beilagen

Wir bitten die Beiblätter zu beachten
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